Bei der Sterilisation des Mannes (Vasektomie) werden in einem kleinen, meist unter Lokalanästhesie und ambulant durchgeführtem chirurgischen Eingriff die Samenleiter am Hodensack des Mannes durchtrennt bzw. ca. 1-3 cm gänzlich entfernt und die verbleibenden Enden verödet. Im Gegensatz zur Kastration bleibt die Funktion der Hoden vollständig erhalten, der Hormonhaushalt wird also nicht verändert und es kommt in der Folge zu keinerlei körperlichen Veränderungen.
Auch die Erektion und Ejakulation wird physisch nicht beeinträchtigt.
Das Ejakulat besteht nach einer Vasektomie aus der in der Prostata (Vorsteherdrüse) gebildeten Flüssigkeit, die durch die Durchtrennung der Samenleiter jedoch keine Samenzellen mehr enthält. Die Befruchtung einer weiblichen Eizelle ist damit ausgeschlossen. Es werden zwar im Hodensack weiterhin Samenzellen produziert, diese werden jedoch vom Körper resorbiert.
Die Zeugungsunfähigkeit tritt nicht direkt nach der Operation ein: noch für etwa drei Monate nach dem Eingriff befinden sich befruchtungsfähige Samenfäden im Gangsystem und in der Samenblase. Während dieser Zeit sollten also zur Empfängnisverhütung noch zusätzlich andere Verhütungsmethoden angewendet werden. Der fortschreitende Grad der Sterilität wird bei den Nachuntersuchungen überprüft und erst wenn keine Samenzellen mehr im Ejakulat vorhanden sind, ist eine Befruchtung ausgeschlossen.
Die Vasektomie ist die sicherste, effektivste und vergleichsweise einfachste Methode zur Empfängnisverhütung, der Pearl-Index liegt bei 0,1 bis 0,3.
In der Regel wird der Eingriff nach einem ausführlichen Beratungsgespräch nur bei Männern mit abgeschlossener Familienplanung durchgeführt, bei verheirateten Paaren muss die Ehefrau dem Eingriff zustimmen.
In Abhängigkeit der vergangenen Zeit nach einer Sterilisation kann bei veränderten Lebensumständen auch eine Rückoperation (Vasovasostomie oder Vasoepididymostomie) erfolgreich durchgeführt werden. Die Durchgängigkeitsrate der wiederhergestellten Samenstränge liegt dann bei ca. 70–75 % und die Schwangerschaftsrate bei ca. 20–25 %.
Jedoch wird eine Rückoperation, die so genannte Refertilisation, durch eine zunehmende Bildung von Autoantikörpern gegen Spermien erschwert, die bei 50–80 % der sterilisierten Männer festgestellt werden kann. Die Bildung dieser Autoantikörper hat zwar keinerlei Auswirkungen auf den Körper des Mannes, kann jedoch bei einer Rückoperation zur körpereigenen Zerstörung der Samenzellen führen.