Die Sterilisation der Frau (Tubensterilisation) ist ein größerer chirurgischer Eingriff, der nach dem heutigen Stand der Medizin die endgültige Unfruchtbarkeit einer Frau nach sich zieht.
Eine erfolgreiche Rückoperation bei später auftretendem Kinderwunsch ist, anders als bei der Sterilisation des Mannes (Vasektomie), nicht möglich. Aus diesem Grund wird eine Tubensterilisation meist nur bei Frauen durchgeführt, die ihre Familienplanung definitiv abgeschlossen haben und in einem entsprechend fortgeschrittenen Alter sind.
Um späteren psychischen Problemen vorzubeugen, ist es wichtig, dass vorab bei einem Gynäkologen eine ausführliche und intensive Beratung stattfindet, sowohl in Bezug auf die Auswirkungen und Risiken des Eingriffs als auch zur Aufklärung über andere Möglichkeiten zur Empfängnisverhütung.
Die Methode der Sterilisation zur Schwangerschaftsverhütung ist als sehr sicher einzustufen, der Pearl-Index liegt bei 0,2 bis 0,3.
Bei der Tubensterilisation werden in Vollnarkose und meist mittels Laparoskopie (Bauchspiegelung) die Eileiter verschlossen oder durchtrennt. Dadurch wird sowohl der Durchgang der Eizellen in die Gebärmutter verhindert, als auch das Wandern von Spermien in die Eierstöcke.
Es gibt mehrere Methoden für diese Form der Sterilisation: die Eileiter können entweder durch einen Clip verschlossen, vollständig durchtrennt oder durch Hitze verschweißt werden (Thermokoagulation). Die Operation wird mittlerweile meist ambulant durchgeführt, kann jedoch auf Wunsch bzw. bei bestehenden Vorerkrankungen auch stationär erfolgen.
Bei sachgerechter Durchführung hat die Tubensterilisation keinerlei Auswirkungen auf den Hormonhaushalt oder den Menstruationszyklus der Frau. In den Eileitern (Tuben) werden weiterhin befruchtungsfähige Eier gebildet, diese werden dann vom Gewebe aufgenommen und resorbiert. Es kann jedoch zu einer Veränderung der Länge und Intensität der Menstruationsblutung kommen.
Es besteht ein Risiko, dass während der Operation versehentlich umliegendes Gewebe verletzt wird. Bei einer Schädigung der Versorgungsstrukturen für Gebärmutter, Eileiter und Eierstock kann es durch eine verminderte Blutversorgung zu einer Funktionseinschränkung der Eierstöcke und in der Folge möglicherweise zu einem vorzeitigen Eintritt der Wechseljahre (Menopause) kommen.
Unter gewissen Umständen kann dieser Eingriff mit anderen Operationen im Bauchraum – zum Beispiel einem Kaiserschnitt oder einer aus anderen medizinischen Gründen anstehenden Bauchspiegelung – verbunden werden.