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Temperaturmethode

Die Körpertemperatur einer Frau erhöht sich durch den Anstieg des Geschlechtshormons Progesteron in der zweiten Zyklushälfte direkt nach dem Eisprung (Ovulation) um ca. 0,3 °C bis 0,5 °C. Dieses erhöhte Temperaturniveau bleibt bis zum Einsetzen der Regelblutung bestehen.

Das Progesteron, auch als Gelbkörperhormon bezeichnet, wirkt direkt auf das Temperaturregulationszentrum im Gehirn, ein Anstieg der Körpertemperatur ist also ein charakteristisches und sicheres Zeichen für den Eisprung.

Durch das regelmäßige Messen der so genannten Basaltemperatur kann der Zeitpunkt des Eisprungs somit recht genau und zuverlässig bestimmt werden.

Auf diesem Prinzip beruht die Temperaturmethode, die unter der Voraussetzung einer konsequenten und disziplinierten Anwendung und in Kombination mit anderen Verhütungsmethoden wie der Billings-Methode/Schleimstrukturmethode oder Knaus-Ogino-Methode/Kalendermethode eine relativ gute Verlässlichkeit zur natürlichen Empfängnisverhütung darstellt (Pearl-Index 1-10).

Die Basaltemperatur wird jeden Tag direkt nach dem Aufwachen oral (also im Mund), optimalerweise jedoch rektal (also im After) gemessen und in einer Temperaturkurve vermerkt. Anhand dieser Aufzeichnungen kann der Zeitpunkt des Eisprungs ermittelt werden: direkt nach dem Eisprung erhöht sich die Körpertemperatur schlagartig um 0,3 – 0,5 °C. Die sicher unfruchtbaren Tage beginnen am dritten Tag nach dem Eisprung, weil eine Eizelle nur höchstens 48 befruchtbar bzw. überlebensfähig ist, und erstrecken sich bis zum fünften Tag nach Beginn der folgenden Regelblutung.

Die Temperaturmethode zur Empfängnisverhütung setzt nicht nur große Sorgfalt und Disziplin, sondern meist auch das Erlernen der entsprechenden Auswertungen voraus. Denn Temperaturschwankungen können natürlich neben dem Eisprung auch andere Gründe haben, zum Beispiel ein verändertes Schlafverhalten, eine Erkältung oder andere Krankheiten. Auch Unregelmäßigkeiten in der zyklusbedingten Veränderung der Geschlechtshormone können die Messungen beeinflussen, bei einigen Frauen ist dadurch sogar gar keine charakteristische Temperaturkurve vorhanden. Deshalb ist die Messung der Basaltemperatur ein probates Mittel und vor allem bei Unfruchtbarkeit eine klassische Methode, um mögliche Hormonunregelmäßigkeiten aufzuzeigen.

Wie alle natürlichen Verhütungsmethoden kann die Temperaturmethode auch angewendet werden, um den besten Zeitpunkt für eine Empfängnis zu ermitteln. 

Wirklich verlässliche und für die Empfängnisverhütung relevante Aussagen können meist erst nach einem Jahr konsequenter Temperaturmessung und entsprechender Dokumentation getroffen werden, weil die Methode erst erlernt und die Temperaturveränderungen über einen längeren Zeitraum beobachtet werden müssen.


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