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Verhütung durch chemische Mittel

Chemische Verhütungsmittel werden zusätzlich zu einem mechanischen Hilfsmittel eingesetzt, üblicherweise bei der Benutzung eines Pessars (Diaphragma), einer Portiokappe oder eines Verhütungsschwammes, und in Form von Salbe, Gel oder Zäpfchen in die Vagina einführt, um auf chemischer Basis Spermien abzutöten.

Die Wirkung entfaltet sich dabei einerseits als mechanische Barriere, indem in der Vagina ein zäher Schleim aufgebaut wird, der Spermien den Durchlass zur Gebärmutter erschwert. Andererseits sollen die chemischen Substanzen auch die Spermien abtöten oder in ihrer Beweglichkeit hemmen.

Die Sicherheit dieser Mittel hängt stark von dem richtigen Einsatz ab, der Pearl-Index schwankt für diese Art der Verhütung zwischen 3 und 21. Das heißt, dass trotz des Einsatzes chemischer Verhütungsmittel eine Schwangerschaft bei unsachgemäßer Anwendung in bis zu 1/5 der Fälle wahrscheinlich ist. Bei chemischen Verhütungsmitteln müssen daher unbedingt die Angaben des Herstellers für die Anwendung beachtet werden!

Die meisten dieser Gels, Salben oder Zäpfchen brauchen eine bestimmte Zeit, um ihre Wirksamkeit voll entfalten zu können. Auch die Gefahr einer allergischen oder schmerzhaften Reaktion ist recht groß, denn der von dem chemischen Verhütungsmittel aufgebaute Schleim bzw. Schaum ist meist säurehaltig.

Eine weitere Variante der chemischen Verhütung ist die Kupferspirale. Diese wird ambulant von einem Gynäkologen direkt vor dem Muttermund eingesetzt und wirkt langfristig durch die ständige Abgabe von Kupfer-Ionen dafür, dass Spermien direkt abgetötet werden. Der Pearl-Index für diese Art der Verhütung ist zwar wesentlich besser als der Einsatz der o. g. Mittel, jedoch führt die ständige Zuführung von Kupfer-Ionen zu einer (gewollten) permanenten entzündungsähnlichen Reaktion in der Gebärmutterschleimhaut, wodurch die Verträglichkeit nicht für jede Frau gegeben ist.

Die Wirkung hält je nach Konzentration der Kupfer-Ionen für einen begrenzten Zeitraum an, die Spirale muss also regelmäßig ausgetauscht werden.

Ähnliches gilt für die Anwendung von Kupfer in Form von einer Kette, die durch einen Gynäkologen an der Gebärmutterwand fixiert wird (als Gyne-Fix oder auch „Treuekettchen“ bekannt, da hier nur bei wechselnden Geschlechtspartnern ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht!).


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