Sadomasochismus („SM“ oder „Sado-Maso“) bezeichnet die Neigung zu sexuellen Praktiken, deren Kernelemente das Erleiden und Zufügen von Schmerzen und Demütigungen sowie die vorrübergehende Einschränkung der persönlichen Freiheit sind. Die Handlungen werden hierbei in gegenseitigem Einvernehmen ausgeführt, wobei in der Regel ein Partner die dominante, beherrschende Rolle übernimmt (Sadismus), während der andere Partner sich passiv und unterwürfig verhält (Masochismus).
Obwohl der Sadomasochismus offiziell als Störung der Sexualpräferenz und somit als krankhafter Zustand eingeordnet wird, sind Betroffene in der Regel nicht behandlungsbedürftig. Eine Indikation für eine Therapie besteht erst, wenn die Betroffenen einen Leidensdruck aufgrund ihrer Neigungen entwickeln.
Die Studien zum Sadomasochismus erlauben derzeit keine klare Aussage über die Verbreitung, die meisten Untersuchungen kommen auf Werte, bei denen 5 bis 25 % der Bevölkerung Deutschlands sadomasochistische Tendenzen aufweisen. (1)
Die großen Schwankungen der Werte resultieren in der Regel aus einer unklaren Definition des Sadomasochismus, was zu einer uneinheitlichen Auswertung solcher Untersuchungen führt. So gaben z.B. in einer Befragung des Instituts für rationale Psychologie 2/3 der Frauen an, dass sie sich ihrem Partner gegenüber gerne einmal ausgeliefert fühlen würden und 69 % der Befragten gaben an, gelegentlich sexuelle Fantasien über Unterwerfung zu haben. (2) Aufgrund eindeutiger Definitionen können solche Antworten nun einerseits als klare sadomasochistische Tendenzen, oder lediglich als sexuelle Präferenz interpretiert werden.
Grundsätzlich steht jedoch fest, dass Sadomasochismus in allen gesellschaftlichen Schichten und bei beiden Geschlechtern unabhängig von der sexuellen Orientierung vorkommt.
Im Sadomasochismus werden verschiedene Praktiken zum sexuellen Lustgewinn angewandt, z. B. die Fesselung („Bondage“) des Partners oder die Disziplinierung und Züchtigung des Partners durch Schläge, bspw. mithilfe von Instrumenten wie einer Peitsche, ist sehr weit verbreitet.
Da einige der Techniken potentielle Gefahren für die Gesundheit darstellen, ist das Verantwortungsbewusstsein des dominanten Partners von entscheidender Wichtigkeit. Häufig werden z.B. Code-Worte vereinbart, die der passive Partner verwenden kann, sobald die Schmerzen zu intensiv werden, woraufhin die Praktik sofort abgebrochen wird.
Aus medizinischer Sicht entstehen durch die teilweise sehr starken Sinneseindrücke während der sadomasochistischen Praktiken starke Glücksgefühle bei den teilnehmenden Personen, die durch starke Endorphinausschüttungen hervorgerufen werden.
(1) Quelle: http://www.datenschlag.org/txt/statistik.html
(2) vgl. Arne Hoffmann, Lexikon der Tabubrüche, Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2003