Die Sexualität des Mannes ist ein äußerst komplexes System und erfordert, wie bei der Frau auch, ein reibungsloses Zusammenspiel verschiedener Organe. Diese sind einerseits die Geschlechtsorgane, also der Penis, die Prostata und die Hoden, andererseits spielen aber auch das Gehirn und verschiedene Hormondrüsen eine bedeutende Rolle bei der männlichen Sexualität.
So wird die Libido, also der sexuelle Antrieb des Mannes, maßgeblich von der Produktion des Hormons Testosteron beeinflusst. Je höher die Konzentration dieses Stoffes im Körper des Mannes ist, desto stärker ist die Lust auf Sex ausgeprägt. Das von der Nebennierenrinde gebildete Noradrenalin, welches allgemein als Stresshormon gilt, wird als Reaktion auf sexuelle Stimuli ausgeschüttet und steigert ebenfalls die Lust auf Sex.
Und das Hormon Oxytocin, das sowohl beim Mann als auch bei der Frau ausgeschüttet wird, hat ebenfalls eine wichtige Funktion im Sexualleben: Bei körperlichem Kontakt und nach dem Orgasmus wird es vom Körper produziert und festigt als eine Art „Wohlfühlhormon“ die Bindung an den Partner.
Als Folge von sexuellen Stimuli und der biochemischen Veränderungen im Körper, kommt es schließlich zur Erektion des Penis, die durch Nervensignale des Gehirns ausgelöst wird. Diese Signale erreichen die Geschlechtsteile über das vegetative Nervensystem, d. h. Reaktionen unterliegen keiner bewussten Kontrolle, eine Erektion kann vom Mann i. d. R. nicht beeinflusst werden.
Eine Erektion entsteht, indem sich die Schwellkörper mit Blut füllen und dadurch den Penis vergrößern. Da gleichzeitig der venöse Abfluss des Blutes aus dem Penis gedrosselt wird, kommt es zu einer Art Blutstau, der die Erektion über eine längere Zeit aufrechterhält, wodurch der Sexualakt möglich wird. Erreicht die sexuelle Stimulation ihren Höhepunkt (Orgasmus) wird durch das Sexualzentrum des Gehirns der Samenerguss ausgelöst. Durch die Kontraktion verschiedener Muskelgruppen werden hierbei 2 – 6 ml des in den Nebenhoden gespeicherten Spermas durch den Penis nach außen befördert. Nach dem Samenerguss folgt bei Männern eine Refraktärzeit, d. h. eine gewisse Erholungsphase muss eingehalten werden, damit ein erneuter Samenerguss möglich wird.