Das venerische Granulom ist eine Geschlechtskrankheit, die in Europa nur sehr selten auftritt. Sie ist auch unter dem Namen Lymphogranuloma inguinale oder als venerische Lymphknotenentzündung bekannt.
Sie tritt fast ausschließlich in warmen Ländern, also vor allem in den Tropen, Afrika und Südamerika, auf. Die seltenen Erkrankungsfälle in Europa resultieren aus der Einschleppung des Erregers durch Reisende.
Die Krankheit wird durch das Bakterium Chlamydia trachomatis hervorgerufen und ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen. Das venerische Granulom betrifft also vor allem Personen, die sich am Sex-Tourismus beteiligen, weshalb zum überwiegenden Teil Männer von der Krankheit betroffen sind.
Im Falle einer Infektion kommt es nach ca. 1-2 Wochen zu einer kleinen Entzündung an der Eintrittsstelle in Verbindung mit einer starken Schwellung der regionalen Lymphknoten. Diese können bis zur Größe einer Faust anschwellen und zeigen sich als deutliche Erhebungen unter der Haut (Bubonen). Die Bakterien verursachen starke Gewebeschäden und führen zu eitrigen Einschmelzungen und dem Verbacken der Lymphknoten. Es können sich auch Fisteln bilden, über die der Eiter in das umliegende Gewebe oder aus dem Körper heraus geleitet wird.
Abhängig von den Abwehrkräften des Betroffenen kann die Erkrankung nach einiger Zeit ausheilen, oder es kann zu einer fortschreitenden Streuung der Bakterien über das Lymphsystem kommen. In diesen Fällen kommt es häufig zu einem chronischen Verlauf der Krankheit über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte. Die Erreger können hierbei auch in das umliegende Gewebe eindringen und so z. B. zu Entzündungen an Becken und Rektum führen. Eine der gefürchteten Komplikationen ist das genitoanorektale Syndrom. Hierbei kommt es durch die Vernarbungen im Lymphsystem zu einem Stau der Lymphflüssigkeit, was zu starken Schwellungen (Elephantiasis) führen kann.
Die Erkrankung ist durch Antibiotika sehr gut zu behandeln, sodass bei rechtzeitigem Einsetzen der Therapie in der Regel keine Komplikationen auftreten. Eventuelle Sexualpartner sollten prophylaktisch ebenfalls behandelt werden, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Zudem sollten in Risikogebieten bei wechselnden Sexualpartnern unbedingt Kondome verwendet werden, um eine Ansteckung zu vermeiden.