Die Syphilis ist nach der Gonorrhoe die zweithäufigste Geschlechtskrankheit in Deutschland. Sie wird von dem Bakterium Treponema pallidum hervorgerufen, das zumeist beim Geschlechtsverkehr übertragen wird. Die Syphilis ist eine schwere Erkrankung, die zu einer Vielzahl von gefährlichen Komplikationen führen kann. Da die Verläufe individuell sehr unterschiedlich sind, und die Erkrankung eine große Anzahl unterschiedlichster Symptome umfassen kann, wird die Syphilis auch als das „Chamäleon“ unter den Infektionskrankheiten bezeichnet.
Die Krankheit verläuft in drei Stadien. Im Primärstadium bildet sich am Eintrittsort des Erregers ein schmerzloses Geschwür, verbunden mit einer Lymphknotenschwellung. Nach einigen Tagen bis Wochen gehen die Symptome zurück und beim Großteil der Betroffenen ist die Syphilis an diesem Punkt vollständig ausgeheilt.
In allen übrigen Fällen tritt nach ca. 2-3 Monaten ein Sekundärstadium auf. Hier hat der Patient grippale Symptome mit Fieber, Lymphknotenschwellungen am ganzen Körper und einem starken Hautausschlag. Hinzu kommen nässende Hautknoten im Genital-, Achsel- und Anusbereich, weißliche Flecken aufgrund von Pigmentierungsstörungen der Haut und Haarausfall. Darüber hinaus können verschiedenste Organe wie Leber, Gehirn und Augen beteiligt sein, was z.B. zu einer Gelbsucht, Demenz oder Erblindung führen kann.
Nach diesem Stadium kann es ebenfalls wieder zu einer Ausheilung der Krankheit kommen. Geschieht dies nicht, tritt der Patient nach 5-20 Jahren Latenzzeit in das Tertiärstadium ein. Hier kommt es zu sehr schwerwiegenden Symptomen wie z.B. der Neurosyphilis, die zu einer Entzündung am Gehirn führt oder schweren Herz-Kreislauf-Problemen wie Herzklappeninsuffizienzen. Erreicht ein Patient dieses Stadium sind die Überlebenschancen nur noch sehr gering.
Durch die gute medizinische Versorgung in Deutschland kommt es allerdings nur noch in sehr seltenen Fällen so weit. In der Regel wird die Syphilis frühzeitig durch die Gabe von Antibiotika behandelt, wobei die Heilungschancen sehr hoch sind. Die Therapie kann jedoch sehr unangenehm für den Patienten werden, da es bei der Behandlung häufig zu so genannten Jarisch-Herxheimer-Reaktionen kommt. Diese entstehen durch ein Toxin, das die Bakterien beim Absterben ausscheiden, wodurch es zu einer starken Verschlimmerung der vorhandenen Symptome kommt.
Da keine Impfung verfügbar ist und die Krankheit auch keine Immunität hinterlässt, ist das praktizieren von geschütztem Geschlechtsverkehr äußerst wichtig, um eine Infektion zu verhindern.