Die Gonorrhoe, oder auch Tripper genannt, ist die in Europa am häufigsten diagnostizierte Geschlechtskrankheit. Sie wird durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae hervorgerufen und durch Geschlechtsverkehr übertragen.
Der Erreger dringt über die Schleimhäute in den Körper ein und ruft hier eine Entzündung hervor, die sich immer weiter ausbreitet. Bei Frauen bleibt eine Gonorrhoe häufig unbemerkt, da die Symptome deutlich schwächer ausgeprägt sind, als beim Mann. Es kommt in der Regel zu Entzündungen der Harnröhre und des Gebärmutterhalses, was mit Schmerzen beim Wasserlassen und Scheidenausfluss einhergeht. In der Regel heilt die Erkrankung problemlos aus, allerdings kann es auch zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. Bei der Frau sind das z. B. Eileiter- oder Eierstockentzündungen und eine Bauchfellentzündung.
Bei Männern sind die Beschwerden meist stärker ausgeprägt und beginnen ebenfalls mit schmerzhaftem Wasserlassen und einem gelblichen Ausfluss, dem so genannten Bonjour-Tropfen. Als Komplikation kann bei Männern z.B. eine Entzündung der Prostata oder eine Nebenhodenentzündung, mit dem Risiko der Sterilität, auftreten.
Bei beiden Geschlechtern kann es im Verlauf der Krankheit zu einer Streuung der Erreger über den Blutweg kommen, was weitere Symptome hervorrufen kann. Am häufigsten tritt die Monarthritis gonorrhoica auf, eine meist einseitige Gelenkentzündung, die typischerweise das Kniegelenk betrifft. Es kann jedoch auch zu Entzündungen am Herzen, Hautausschlag oder sogar einer Blutervergiftung kommen. Aufgrund der guten Behandlungsmöglichkeiten treten diese schweren Fälle in Deutschland allerdings nur noch sehr selten auf.
Die Gonorrhoe wird durch die Gabe von Antibiotika behandelt. Sofern während der Therapie Geschlechtsverkehr ausgeübt wird, sollte der entsprechende Partner ebenfalls behandelt werden, um ein gegenseitiges Anstecken zu verhindern.
Da der Erreger auch während der Geburt auf das Kind übertragen werden kann, wo er zu einer starken Bindehautentzündung mit der Gefahr der Erblindung führt, wird bei Verdacht eine so genannte Credé-Prophylaxe mit speziellen Augentropfen durchgeführt.
Da keine Impfung existiert besteht der einzigste Schutz vor einer Infektion in einer konsequenten Anwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr.