Eine Vielzahl von Organen spielt bei Sexualität und Lustempfinden der Frau eine Rolle. Neben den weiblichen Geschlechtsorgane wie Vagina, Klitoris (Kitzler) und den Brüsten spielen auch das Gehirn und verschiedene Hormondrüsen eine wichtige Rolle, denn hier werden eine Vielzahl von Hormonen und Neurotransmittern ausgeschüttet, die ursächlich für die Lust auf Sex und die anschließenden Glücksgefühle verantwortlich sind. Zudem beeinflussen diese Substanzen die körperlichen Veränderungen, die für den Geschlechtsverkehr nötig sind, wie z.B. die verstärkte Bildung von Scheidensekret beim Sexualakt.
Wichtige Hormone und Neurotransmitter sind z.B. Adrenalin und Noradrenalin. Beide tragen in starkem Maße zur sexuellen Erregung bei: Das Noradrenalin weckt die Lust auf Sex und hebt die Stimmung, während das Adrenalin den Körper durch eine Steigerung des Herzschlags und das Hochfahren des Kreislaufs auf die Anstrengungen während des Geschlechtsverkehrs vorbereitet.
Die sexuelle Stimulation der Frau geschieht überwiegend über die so genannte Klitoris, ein aus Schwellkörpergewebe bestehendes Organ, das entwicklungsgeschichtlich aus denselben Anlagen wie die Eichel des Mannes hervorgeht. Dieses Gewebe besitzt eine außerordentlich hohe Dichte von Nerven und ist somit sehr berührungsempfindlich. Da die Vagina nur sehr wenige Nerven besitzt, wird diese durch den Geschlechtsverkehr nur wenig stimuliert und der größte Teil des Lustempfindens wird über die Klitoris ausgelöst.
Ein zentrales Thema in der Erforschung der weiblichen Sexualität, über das seit Jahren diskutiert wird, ist der so genannte G-Punkt. Dieser wurde 1950 von dem deutschen Arzt Ernst Gräfenberg entdeckt und stellt eine sexuell reizbare Zone an der vorderen Vaginalwand dar. Laut Gräfenberg soll diese Zone bei Stimulation anschwellen und starke sexuelle Erregung ermöglichen, die wissenschaftlichen Studien zeigen jedoch bis heute kein klares Bild bzgl. der tatsächlichen Reaktionen und Empfindungen, die dadurch ausgelöst werden.
Da diese Zone, wie auch das gesamte Lustempfinden der Frau, je nach individueller Anatomie und verschiedenen Vorlieben unterschiedlich ausgeprägt ist, scheinen Funktion und Einfluss auf die sexuelle Erregbarkeit stark zu variieren.