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Bisexualität - in der Antike eine selbstverständlich Lebensart

Die Bisexualität stellt eine sexuelle Orientierung dar, bei der ein sexuelles Interesse an Menschen beiderlei Geschlechts besteht. Die Ausprägung der Bisexualität kann im Verlauf des Lebens schwanken. So gibt es Menschen, die während ihres Lebens stetig sexuelle Kontakte zu beiden Geschlechtern pflegen, als auch welche, deren Vorlieben sich für einen bestimmten Zeitraum auf ein Geschlecht konzentrieren. Ebenso kann es vorkommen, dass zwar Sexualität mit beiden Geschlechtern ausgelebt, während zum Führen einer Beziehung ein Partner eines bestimmten Geschlechts bevorzugt wird.

Die Bisexualität ist aus der antiken Geschichte bekannt und war zum damaligen Zeitpunkt äußerst verbreitet. So geht man davon aus, dass im alten Griechenland und auch in großen Teilen der islamischen Welt die Bisexualität die übliche Form der sexuellen Orientierung war.

Die Konzentrierung der Sexualität auf lediglich ein Geschlecht, wie es heute in den meisten Gesellschaften üblich ist, wurde erst im Mittelalter durch den Einfluss der Kirche und ihrer moralischen Werte üblich.

Zum Anteil der bisexuellen Personen in der heutigen Gesellschaft gibt es verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen, wobei die Zahlen häufig nicht übereinstimmen. So versuchte der Sexualwissenschaftler Alfred Kinsey in den 40er Jahren die sexuelle Orientierung mithilfe von Umfragen auf einer Skala einzustufen. Die Methode Kinseys ist umstritten, da viele Forscher der Ansicht sind, dass die verwendeten Skalen zu ungenau seien und somit aus sehr allgemeinen und unspezifischen Aussagen der Probanden eine in Wirklichkeit nicht existente Neigung zur Bisexualität konstruiert wurde: Kinsey postulierte z. B. bei Männern einen Anteil von 46 % mit deutlichen bisexuellen Tendenzen. (1)

Folgeuntersuchungen anderer Forscher zeigten deutlich niedrigere Werte, die zwischen 5 und 20 % schwankten.

Heute geht man davon aus, dass ca. 2 bis 10 Prozent der Menschen in den westlichen Nationen bisexuell sind. Die stark schwankenden Zahlen der letzten Jahre werden unter anderem damit begründet, dass inzwischen ein offenes Ausleben der Homosexualität möglich ist. Viele Forscher gehen davon aus, dass sich in der Vergangenheit viele Personen mit homosexueller Orientierung als Bisexuelle ausgaben, da diese Form der Sexualität eine größere gesellschaftliche Akzeptanz besaß.

 

 

(1) http://www.kinseyinstitute.org/research/ak-data.html

 

 


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