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Frauen leiden häufiger an sexueller Dysfunktion als Männer

Die sexuellen Dysfunktionen sind ein Sammelbegriff für Störungen des menschlichen Sexuallebens. Beim Vorliegen einer Dysfunktion ist es dem Betroffenen nicht möglich, eine gesunde und natürliche Sexualität auszuleben. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und im Folgenden sollen einige der am weitesten verbreiteten Störungen näher betrachtet werden.

Orgasmusstörungen: Diese Form der sexuellen Dysfunktion beschreibt die andauernde oder häufige Unfähigkeit, nach sexueller Stimulation einen Orgasmus zu erreichen. Die Störung betrifft sowohl Frauen als auch Männer, allerdings ist die Zahl der betroffenen Frauen deutlich höher. Es wird davon ausgegangen, dass nur ca. 1/3 der Frauen in der Lage ist, regelmäßig und zuverlässig beim Geschlechtsverkehr einen Orgasmus zu erreichen. Die Gründe hierfür sind noch größtenteils ungeklärt. Lange Zeit war die Medizin der Ansicht, dass primär psychische Belastungen für die Probleme verantwortlich sind. Inzwischen verbreitet sich jedoch mehr und mehr die Ansicht, dass genetische Faktoren maßgeblich über die Orgasmusfähigkeit der Frau entscheiden.

Verminderte Libido: Eine verminderte Libido, die bei Frauen umgangssprachlich oft als Frigidität bezeichnet wird, bezeichnet ein allgemeines Nachlassen des sexuellen Antriebs. Eine Vielzahl von Krankheiten kann diesen Zustand herbeiführen, so z. B. Depressionen, Magersucht und hormonelle Störungen, wie z. B. ein Testosteronmangel. Ebenso ist Stress, wie bei den meisten sexuellen Dysfunktionen, ein bedeutender Faktor in der Entstehung. Geringe Schwankungen der Libido in Abhängigkeit von der Periode sind vollkommen normal. Erst bei einem dauerhaften Absinken der sexuellen Lust ist eine behandlungsbedürftige Störung gegeben.

Schmerzhafter Sex: Das Auftreten von Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs betrifft überwiegend Frauen und nur sehr selten Männer. Die Ursachen können rein körperlicher Art sein, wie z. B. Entzündungen der Scheide oder des Penis sowie Infektionen mit Gonorrhö, Trichomoniasis oder anderen Erkrankungen des Genitalbereichs. Auch Narben im Vaginalbereich z. B. nach einem Dammschnitt können häufig Auslöser von Schmerzen sein. Allerdings spielt auch hier psychischer Stress eine wichtige Rolle und kann sich z. B. als Vaginismus zeigen. Hierbei handelt es sich um ein Verkrampfen der Scheidenmuskulatur, was ein Einführen des Penis gar nicht bzw. nur unter Schmerzen möglich macht.

 

Literatur Johannes Bitzer: Die sexuelle Dysfunktion der Frau. Uni-Med Bremen, 2008


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