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Sex in der Schwangerschaft

Ob geplant oder ungeplant, lange erwartet oder zu unpassender Zeit, Wunschschwangerschaft oder "Unfall", jede Schwangerschaft beginnt mit dem Liebesspiel und der Befruchtung der Eizelle. Es dauert einige Wochen, bis Gewissheit besteht, doch dann steht es fest: ein neues Leben reift im weiblichen Körper heran. Die Gedanken kreisen um das hier und jetzt und um die Zukunft und langsam stellt sich der Körper auf die Aufgabe vor, ein kleines Menschenleben zu beherbergen.

Und spätestens dann schleichen sich auch die ersten Zweifel über die Zukunft der intimen Partnerschaft ein.

Wird der Sex so sein wie vorher? Muß etwas beachtet werden? Schadet es gar dem Ungeborenen, wenn es allzu wild "zur Sache" geht?

Diese Zweifel hegen vor allem die werdenden Väter, die die Partnerin nun mit ganz anderen Augen sehen.

Auf der einen Seite verstärken sich die sexuellen Reize der Partnerin. Schwellende Brüste und pralle Rundungen, dazu ein anderer Duft, verursacht durch die Schwangerschaftshormone und ein inneres Leuchten, das viele werdende Mütter ausstrahlen, all das regt den Mann an. Auf der anderen Seite stellt er sich bildlich vor, wie ein kleiner Embryo in der Gebärmutter von den Bewegungen beim Liebesakt hin- und hergeschüttelt wird.

Unsicherheit und Angst verhindern intime Zärtlichkeiten.

Zusätzlich verunsichern ungewohnte Stimmungsschwankungen oder Zickigkeiten der Schwangeren, zweideutige Signale halten auf Abstand.

Doch Sex in der Schwangerschaft sollte kein Tabu sein und ist auf keinen Fall verboten.

 

Der Geschlechtsverkehr in einer Schwangerschaft beinhaltet allerdings einige Besonderheiten:

In der Frühschwangerschaft leidet die werdende Mutter oft unter Übelkeit, so dass ihr einige orale Praktiken unangenehm werden. Doch ist zu diesem Zeitpunkt noch kein Bauch im Weg, so dass der ungestörte Geschlechtsverkehr möglich ist, haben sich beide erst einmal an den Gedanken gewöhnt, das der Sex völlig ungefährlich ist.

Der Gedanke, nicht verhüten zu müssen und ohne Kondome kann anregend und befreiend sein. Durch die körperlichen Veränderungen sind die Schleimhäute im Intimbereich und die Brustwarzen der Frau besser durchblutet und so gelangen Frauen schneller bzw. leichter zum Höhepunkt.

In der Fortgeschrittenen Schwangerschaft und mit wachsendem Bauchumfang können einige Stellungen unpraktisch sein. Zum einen kann sich der Mann nicht auf den prallen Bauch legen, zum anderen fühlt sich so mancher Mann vom direkten Anblick des Babybauches irritiert und abgeschreckt.

Löffelchenstellung oder andere Techniken erleichtern den Umgang mit dem Bauch und ermöglichen intensiven Körperkontakt.

Von medizinischer Seite ist alles erlaubt, was Spaß macht, mit nur einigen wenigen Einschränkungen.

Bei einer tiefliegenden Plazenta, auch Plazenta praevia genannt, sollte der Sex nur sehr vorsichtig oder gar nicht betrieben werden, vor allem bei Blutungen. Auch bei einem nicht sehr festen Verschluß der Gebärmutter ( Zervixinsuffizienz) ist Vorsicht geboten. Wenn die Fruchtblase geplatzt ist, sollte auf Sex verzichtet werden, da die Gefahr einer Keimverschleppung gegeben ist.

Andererseits kann Geschlechtsverkehr durch im Samen enthaltene Enzyme die Wehen auslösen. Aber keine Angst! Es werden nur dann Wehen ausgelöst, wenn der Körper sowieso bereit für die Geburt ist, eine Frühgeburt durch von Sex ausgelösten Wehen ist also sehr unwahrscheinlich. Bei vorzeitigen Wehen ist allerdings Vorsicht geboten. Prinzipiell sollte bei allen Fragen und Unsicherheiten der Frauenarzt um Rat gefragt werden. So lange der Facharzt den Sex nicht untersagt, ist erlaubt, was glücklich macht.

Sex in der Schwangerschaft ist gut für die Beziehung, er bindet die Partner aneinander und hilft, auch nach einer Geburt die teilweise schwierige Phase bis zum normalen Sex zu verkürzen.

Erlaubt ist, was Spaß macht, vorausgesetzt, der Frauenarzt verbietet es nicht.







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