Die Fetoskopie ist eine Untersuchungsmethode, die im Rahmen der Pränataldiagnostik angewandt wird. Hierbei wird ein langes Instrument, ein so genanntes Fetoskop, durch die Bauchdecke in die Fruchtwasserblase eingeführt, und durch eine Kamera am Fetoskop ist es nun möglich, den Fetus direkt zu beobachten und somit z. B. Hauterkrankungen oder Fehlbildungen zu diagnostizieren. Darüber hinaus können mithilfe des Fetoskops auch Gewebeproben zur Untersuchung entnommen werden.
Die Fetoskopie spielt in der modernen Pränataldiagnostik nur noch eine sehr geringe Rolle. Dies liegt hauptsächlich in dem hohen Risiko einer Frühgeburt oder eines Abortes, was derzeit mit 5 % beziffert wird, begründet. Zudem ist es inzwischen möglich, durch die Verwendung moderner Ultraschallgeräte ausgezeichnete Bilder des Kindes im Mutterleib zu erzeugen, wodurch bereits viele Diagnosen gestellt werden können. Zum Erkennen bestimmter Hauterkrankungen ist die Fetoskopie allerdings nach wie vor unerlässlich, da diese Veränderungen auf einem Ultraschallbild nicht darstellbar sind.
Auch im Rahmen der Fötalchirurgie, also der Operation des Kindes im Mutterleib, spielt die Fetoskopie eine wichtige Rolle. So hat die Universität Bonn z. B. eine Methode entwickelt, mithilfe von Fetoskopen eine schonende Operation am Embryo durchzuführen, um z. B. die Spina bifida zu behandeln.
Auch bei der Behandlung des fetofetalen Transfusionssyndroms ist die Fetoskopie von großer Bedeutung: Dies ist eine zwar seltene, aber ernste Durchblutungsstörung, die bei eineiigen Zwillingen auftreten kann. Durch falsche Verbindungen der Gefäße in der Plazenta kann es hierbei passieren, dass es zu einem Ungleichgewicht in der Blutversorgung der beiden Kinder kommt, da das Blut eines Zwillings ausschließlich in den Kreislauf des anderen Zwillings gepumpt wird. Dies kann zu verschiedenen Problemen wie z. B. Herzinsuffizienz oder Ödemen (Flüssigkeitseinlagerungen) führen. Hier kann ein Fetoskop benutzt werden, um die fehlerhaften Gefäßverbindungen zu trennen oder zu veröden.