Die körperlichen Veränderungen im Wochenbett sind vielschichtig:
Während die Gebärmutter (Uterus) bis zur Geburt rund um das 20-fache anwächst, sowohl in der Größe als auch im Gewicht, zieht sie sich in den ersten zehn Tagen nach der Geburt fast vollständig auf ihre ursprüngliche Größe zurück, und die durch das Abstoßen der Nachgeburt (Plazenta) hinterlassene Wunde verheilt.
Diese Rückbildungsprozesse sind in den ersten Tagen von starken Blutungen begleitet, die aus Plazentaresten und Blutklumpen (Blutkoageln) bestehen. Danach setzt der Wochenfluss (Lochien) ein, der sich in der folgenden Zeit in Menge, Zusammensetzung und Aussehen verändert und für Ihren Arzt oder die Hebamme ein wichtiges Indiz für mögliche Komplikationen bzw. den Verlauf des Heilungsprozesses darstellt.
Während dieser Zeit sollten Sie aufgrund erhöhter Infektionsgefahren strengste Hygiene einhalten. Wannenbäder sind für Sie bis zum endgültigen Abklingen des Wochenflusses allerdings nicht sinnvoll, da die Bakterien, die im Ausfluss enthalten sind, zu einer Brustentzündung (Mastitis) führen können.
Die Konzentration des Hormons Östrogen sinkt direkt nach der Geburt rapide ab, was zu einer verminderten Durchblutung der Gebärmutter und somit zu einer beschleunigten Wundheilung führt. Auch das Stillen hat eine schnellere Rückbildung und somit Heilung zur Folge, denn das hierbei ausgeschüttete Hormon Oxytocin lässt den Uterus sich zusammenziehen (Nachwehen) und regt den Wochenfluss an.
Den Heilungsprozess können Sie darüber hinaus durch spezielle gymnastische Übungen und leichte Bewegung unterstützen. Ein gezieltes Training des Beckenbodens ist ebenso wichtig, um die Rückenmuskulatur zu stärken und mögliche Spätfolgen wie Gebärmuttersenkung und Harn- oder Stuhlinkontinenz zu vermeiden.
Nach etwa sechs Wochen ist die Rückbildung abgeschlossen und der Wochenfluss versiegt. Auch eventuell während des Geburtsvorganges entstandene äußere Verletzungen im Bereich des Geburtskanals, wie Damm- oder Scheidenriss, sind in der Regel ohne weitere Komplikationen innerhalb von zehn Tagen abgeheilt.
Weitere hormonelle Umstellungen betreffen die Schwangerschaftshormone HCG (Humanes Choriongonadotropin) und HPL (Humanes Plazentalaktogen), die kurze Zeit nach der Entbindung im Körper komplett abgebaut werden. Das führt u. a. dazu, dass mögliche Wasseransammlungen (Ödeme) ausgeschwemmt werden (vermehrter Harndrang).
Das für die Milchbildung zuständige Hormon Prolaktin verzögert in der Stillzeit den Eisprung, so dass die Menstruation meist erst nach dem Abstillen wieder einsetzt. Nicht stillende Mütter haben etwa 6-8 Wochen nach der Entbindung erneut einen Eisprung und können dann auch wieder schwanger werden.