Nach dem Hormonkarussell in der Schwangerschaft und den meist eher beschwerlichen letzten Wochen vor der Geburt stellt die Zeit des Wochenbettes einige ganz besondere Anforderungen an Sie als Mutter. Denn der Begriff „Wochenbett“ (lat. puerperium) für die Zeit nach der Geburt kommt nicht von ungefähr: Es ist nötig und sinnvoll, dass Sie sich in den ersten 6-8 Wochen nach der Geburt besonders schonen, denn nicht nur Ihr Körper ist in dieser Zeit mit vielen Veränderungen beschäftigt, sondern auch Ihre Gefühlswelt ist heftig in Aufruhr.
Natürlich muss das nicht bedeuten, dass Sie strenge Bettruhe einzuhalten haben. Viele Frauen fühlen sich im Wochenbett sogar so fit, dass sie schnell wieder mit den normalen Alltagstätigkeiten beginnen können.
Medizinisch betrachtet ist das Wochenbett eine Abfolge von vielfältigen Veränderungen im Körper: Durch die Ablösung des Mutterkuchens (Plazenta) entsteht direkt nach der Geburt eine große Wunde, die im Laufe des Wochenbettes verheilen muss. Außerdem bilden sich Geburtskanal, Beckenboden und Gebärmutter (diese unter meist nur leicht spürbaren, so genannten Nachwehen) auf die nahezu ursprüngliche Größe zurück.
Diese Veränderungen lassen sich zum größten Teil auf die Hormonumstellung nach der Entbindung zurückführen, die Ihren Körper von „schwanger“ auf „nicht schwanger“ programmiert und so z. B. auch für den nötigen Milchfluss in den Brustdrüsen sorgt.
Das alles regelt Ihr Körper im Wochenbett - von ganz alleine und quasi „nebenbei“.
Für Sie kann das neben einer erhöhten Infektanfälligkeit und schneller Ermüdbarkeit auch eine Neuordnung der Gefühle und Empfindungen bedeuten. Denn nicht nur die Hormonumstellung, sondern auch die neuen Lebensumstände sorgen in der Regel für eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Die Freude über das Baby, die neuen Anforderungen im Tagesablauf, der Schlafentzug durch den Versorgungsrhythmus Ihres Babys, aber vor allem auch die Sorgen („Mache ich das alles auch wirklich richtig?“) werden Sie in Anspruch nehmen und Ihre Gefühlswelt und Ihr Leben ziemlich durcheinander wirbeln.
Gönnen Sie sich und Ihrem Baby in der Zeit nach der Geburt daher viele Ruhephasen. Einfach mal die Beine hochlegen, das Leben und Ihr Baby richtig genießen und tief entspannen. Am besten nach einem gesunden Essen und ohne Rücksicht auf den Zustand der Ordnung in Ihrem Zuhause.