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Fehlbildungen oder Fehlgeburten können die Folge von Infektionen sein

Durch die veränderte Immunabwehr der werdenden Mutter sind schwerwiegende Erkrankungen nicht nur wahrscheinlicher, sondern auch im Verlauf wesentlich komplizierter – auch weil bei der Behandlung viele klassische Medikamente kontraindiziert sind, um das ungeborene Kind nicht zu gefährden. In jedem Fall sind regelmäßige Untersuchungen und Beratungen mit einem Arzt unablässig! Seien Sie sich der Infektionsgefahren und deren möglichen Folgen immer bewusst.

Relativ harmlose Infektionen wie zum Beispiel eine Erkältung haben meist keine Folgen auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes, wobei jedoch zum Beispiel starker Husten durchaus wehenauslösend wirken kann. Aber schon eine Virus-Grippe (Influenza) mit hohem Fieber kann durch die Mangelversorgung des Mutterkuchens (Plazenta) auch ernsthafte Entwicklungsstörungen und evtl. Fehlbildungen des ungeborenen Kindes oder sogar eine Früh- oder Fehlgeburt zur Folge haben.

Auch eine körperlich relativ leicht zu verkraftende Infektion des Magen-Darm-Traktes sollte während der Schwangerschaft sehr ernst genommen werden, denn durch die Austrocknung wegen Durchfall (Diarrhoe) und die allgemeine Schwächung durch fehlende Elektrolyte und Vitamine im Verlauf solcher Erkrankungen kann die Entwicklung des heranwachsenden Kindes gestört oder gehemmt werden.

Infektionen dieser Art können während der Schwangerschaft durch verstärkte Hygienemaßnahmen vermieden bzw. sollten direkt nach Eintreten ärztlich überwacht und mit geeigneten – z. B. homöopathischen oder naturheilkundlichen Arzneimitteln – behandelt werden, um Schäden für das ungeborene Kind auszuschließen.

Eine häufige Infektionskrankheit während einer Schwangerschaft ist ein Pilzbefall der Vaginalschleimhaut (Soor) sowie bakterielle Infektionen in der Scheide. Diese können unbehandelt gefährlich werden, da aufsteigende Keime zu einem frühzeitigen Sprung der Fruchtwasserblase führen und einige Bakterien bei der Geburt auch direkt auf das Neugeborene übertragen werden können. Zur Vorbeugung sollte beim Geschlechtsverkehr auf Gleitmittel verzichtet und nach Möglichkeit ein Kondom benutzt werden.

Sehr ernst zu nehmen sind jedoch die so genannten Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Windpocken und vor allem Röteln. Eine Infektion mit einer dieser Krankheiten hat schwere organische und körperliche Fehlbildungen beim ungeborenen Kind oder sogar eine Fehlgeburt zu Folge. Deshalb sollte am besten vor, spätestens jedoch direkt nach Eintreten einer Schwangerschaft unbedingt der Immun-Status gegen diese Erreger abgeklärt werden. Bei unzureichendem Schutz sollte vor der Empfängnis eine Impfung durchgeführt werden, bei bereits bestehender Schwangerschaft müssen spezielle Verhaltensmaßnahmen wie zum Beispiel das Fernhalten von Kindergärten und Schulen sowie infizierten Personen eingehalten werden.

Auch sexuell übertragbare Infektionen (STD) und Geschlechtskrankheiten können schwerwiegende Folgen für das noch un- oder neugeborene Kind haben. Erstmalig auftretende Herpesviren (Herpes genitalis) bei der Frau zum Beispiel können bei Neugeborenen zu einer lebensbedrohlichen Hirnentzündung (Enzephalitis) und Sepsis (Blutvergiftung) führen, die tödlich enden kann.

Weitere ernstzunehmende Infektionen mit der Gefahr von Fehlbildungen des Embryos während der Schwangerschaft sind zum Beispiel Toxoplasmose, Listeriose, HIV, Hepatitis A-E, Chlamydien, Gonorrhoe (Tripper), Condylome (Warzen), Borrelien (Zeckenbiss), Mykoplasmen, Papilloma-Virus, Syphilis (Lues) und Windpocken.







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