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Ernährung und Ernährungsverhalten während der Schwangerschaft

Für viele werdende Mütter ist die Schwangerschaft eine einzigartige und wunderbare Erfahrung. Nun nimmt der Bauchumfang immer mehr zu und der Körper muss sich auf ein Leben „zu zweit“ einstellen – keine leichte Aufgabe.

Schwangerschaft und gesunde Ernährung ergeben jetzt eine untrennbare Einheit. Die Wahl der richtigen Lebensmittel ist besonders jetzt ausgesprochen wichtig, damit jeder bekommt was er braucht.

Während der Schwangerschaft ist der Körper sehr anspruchsvoll, besonders was die Ernährung betrifft. Dabei bedeutet das im Volksmund proklamierte „essen für zwei“ natürlich keinesfalls, dass man die Portionen beim Essen nun verdoppeln muss. Der Kalorienbedarf erhöht sich nämlich sehr wenig, dafür aber der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiß. Deshalb ist hier nun ausreichende Abwechslung angesagt.

 

Ernährungsexperten warnen aus gutem Grund vor falscher Ernährung in der Schwangerschaft, denn die Folgen gehen weit über ein geringes Geburtsgewicht hinaus. Es drohen ebenfalls Frühgeburten, Fehlentwicklungen und Folgeerkrankungen im Erwachsenenalter. Die Ernährung nimmt also nachweislich großen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes und das bereits von Anfang an.

 

Besonders eiweißreich und deshalb ein wichtiger Baustoff für die Körperzellen sind reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Ebenso wichtig sind fettarme Milch und Milchprodukte sowie mageres Fleisch und natürlich Fisch. Von großen Mengen Aal, Heilbutt, Hecht, Rotbarsch oder Tunfisch ist allerdings während der Schwangerschaft abzuraten, denn sie enthalten ein hohes Maß an Quecksilber. Gute Eiweißlieferanten sind neben Milchprodukten und magerem Fleisch auch Hülsenfrüchte, Getreide und Kartoffeln.

Hier sind gute Kombinationen aus tierischem und pflanzlichem Eiweiß besonders gehaltvoll.

 

Jetzt sind außerdem Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen, Jod, Folsäure, Vitamin B 12 und B 6 sowie A und Carotinoide besonders wichtig.

Folsäure, die beispielsweise zur Zellteilung und Zellneubildung benötigt wird, ist in grünen Blattgemüsen und Hülsenfrüchten reichlich vorhanden.

Das Vitamin B 12 zur Blut- und Zellbildung ist Bestandteil in Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Das gleiche gilt für das Vitamin B 6 das zusätzlich noch für den Eiweißstoffwechsel verantwortlich ist.

Vitamin A und Carotinoide, welche das Immunsystem unterstützen sowie für gute Sehfunktionen und gesunde Haut sorgen, sind hauptsächlich in rotem, gelbem und grünem Obst und Gemüse zu finden. Zudem sorgen viel Möhren und Mandarinen oder ähnliches schon von Beginn an für einen attraktiven Tend der Haut.

Hochwertiges pflanzliches Eiweiß ist besonders in ungeschältem Reis, Hülsenfrüchten Kartoffeln und Nüssen enthalten. Dabei sollte die Eiweißversorgung im Optimalfall jeweils zur Hälfte aus pflanzlichen und mageren tierischen Produkten zusammensetzen.

Der Fettbedarf sollte im Normalfall 30% der Energieaufnahme nicht überschreiten. Das bedeutet das Bevorzugen von Milchprodukten der Magerstufe 30% F.i.Tr., fettarme Wurst und Schinken ohne Fettrand. Beim Kochen sind schonende Garmethoden vorteilhaft und der Salat sollte wahlweise lieber mit einem Dressing aus Joghurt und Kräutern gemacht werden als mit Öl und Mayonnaise.

Fleisch und Fisch sind unpaniert gesünder und Frittiertes ist ebenfalls nicht gerade von Vorteil.

Grundsätzlich sollte man bei Genuss von rohem oder nur halb gebratenem Fleisch und Rohwürsten wie Salami, rohem Schinken oder rohem Fisch sehr vorsichtig sein oder besser noch ganz darauf verzichten. Es kann Krankheitserreger enthalten die sowohl der Mutter als auch dem Kind schaden können. Als ebenso unvorteilhaft können sich Rohmilchprodukte auf dem Speiseplan erweisen.

Eine besondere Bedeutung kommt der ausreichenden Versorgung mit Mikronährstoffen (Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen) für Mutter und Kind zu. Da der Körper diese Substanzen nicht selbst herstellen kann, ist er auf eine ausreichende Zufuhr mit der Nahrung angewiesen. Der Mehrbedarf einzelner Mikronährstoffe liegt bei bis zu 100 %: Zum einen für den veränderten Stoffwechsel der Mutter, zum anderen, um auch das Kind mit den notwendigen Mikronährstoffen zu versorgen.

In den nächsten Kapiteln finden Sie ausführliche Informationen und Ratschläge rund um die Ernährung und das Konsumverhalten in der Schwangerschaft.







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