Während einer Schwangerschaft gelangen fast alle Stoffe, die die Mutter konsumiert, über den Blutkreislauf zum Ungeborenen und können dort eine positive oder auch eine negative Wirkung entfalten. Besonders einige Genussmittel können zum Teil dramatische Schäden beim Embryo anrichten und sollten somit auf jeden Fall gemieden werden.
Zu den Genussmitteln zählt man hierbei alle Stoffe, die nicht wegen ihres Nährwertes konsumiert werden, sondern ausschließlich aufgrund ihrer anregenden Wirkung auf den Organismus oder aufgrund des Geschmacks. Zu den klassischen Genussmitteln zählen somit Alkohol, Kaffee, Tee, Tabak und Zucker.
Vor allem Alkohol und Tabak sollten während der Schwangerschaft um jeden Preis gemieden werden. Ein Zusammenhang zwischen beiden Substanzen und verschiedenen Schädigungen des Embryos ist eindeutig nachgewiesen:
So erhöht Rauchen während der Schwangerschaft z. B. signifikant das Risiko einer Fehlgeburt oder einer vorzeitigen Plazenta-Ablösung. Durch eine Verengung der Gefäße in der Gebärmutter, die durch das Nikotin hervorgerufen wird, wird das Kind schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Aus diesem Grund sind solche Kinder nach der Geburt meist leichter und geringer entwickelt, als die Kinder von Nichtraucherinnen. Durch die krebserregenden Substanzen im Tabakrauch kommt es zudem deutlich häufiger zu Krebserkrankungen der Säuglinge wie z. B. Leukämie. Beachtet werden sollte hierbei unbedingt, dass auch Passivrauchen dieselben schädlichen Effekte hervorruft.
Der Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft birgt ebenfalls viele Risiken für das Kind. Während der ersten 12 Schwangerschaftswochen bilden sich die Organe des Embryos aus. Werden die Zellen während dieser Phase durch Alkohol geschädigt, können sich Fehlbildungen an jedem Organ oder Körperteil entwickeln. Und auch in späteren Phasen der Schwangerschaft ist Alkohol eine starke Belastung für das Kind, da die Leber noch nicht in der Lage ist, diesen effektiv abzubauen und somit bereits geringe Alkoholmengen lange im Körper des Embryo verbleiben.
Die möglichen Schädigungen reichen hier von Fehl- bzw. Unterentwicklungen geistiger und körperlicher Art bis zur Ausbildung von Verhaltensauffälligkeiten und Hyperaktivität.
Hinsichtlich koffeinhaltiger Genussmittel wie Kaffee und Tee herrscht derzeit noch Uneinigkeit in der Wissenschaft. Es existieren zwar Studien, welche die Schädlichkeit von Koffein nachweisen, dies jedoch bisher nur im Tierversuch. So konnte bei Ratten z. B. eine Form der Hyperaktivität durch Koffeingabe ausgelöst werden.
Inwieweit diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen werden können, ist allerdings noch unklar. So gilt derzeit die Empfehlung, dass Schwangere ihren Kaffeekonsum zwar minimieren sollten, jedoch besteht keine Notwendigkeit, komplett auf das Getränk zu verzichten.
Auch von Zucker geht keine unmittelbare Gefahr für das Kind aus, in Maßen genossen ist er sogar nötig als Brennstoff für die Zellen. Auch hier ist es, im Kontext einer gesunden Ernährung, jedoch sinnvoll den Konsum in einem angemessenen Rahmen zu halten.