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Sturzgeburten auf öffentlichen Toiletten sind keine Märchen

Eine Sturzgeburt (lat.: partus praecipitatus) ist zwar ein recht seltenes, aber sehr beachtliches Phänomen bei einer Geburt, bei dem das Baby innerhalb kürzester Zeit auf die Welt kommt.

Die durchschnittliche Dauer einer Geburt liegt bei etwa 13 Stunden für Erstgebärende und ca. acht Stunden für Frauen, die bereits mindestens ein Kind geboren haben. Diese durchschnittliche Zeitspanne kann allerdings im individuellen Einzelfall sehr variieren und wird von den Gebärenden subjektiv auch stark unterschiedlich wahrgenommen.

Wie der Name schon sagt verläuft eine Sturzgeburt unüblich schnell und überstürzt, das Kind wird nach nur mäßig, wenn überhaupt spürbaren Vorwehen innerhalb weniger Wehen, zum Teil sogar nur nach einer einzigen Presswehe geboren und stürzt tatsächlich aus dem Geburtskanal heraus.

Eine Sturzgeburt kommt meist auch für die werdende Mutter so überraschend, dass es allein durch die Körperhaltung theoretisch zu Verletzungen des Neugeborenen und durch die Nabelschnur (Nabelschnur-Ruptur) auch zu Verletzungen der Geschlechtsorgane der Gebärenden kommen könnte.

Eine tatsächliche Gefahr besteht bei Sturzgeburten jedoch meist weder für das Kind noch für die Gebärende: durch die schnelle Austreibung ist selbst bei einer Verschlingung in der Nabelschnur üblicherweise keine Sauerstoff-Unterversorgung des Neugeborenen zu befürchten und die natürliche Körperhaltung der Gebärenden schließt meist auch Verletzungen durch die Fallhöhe aus. Durchaus zu berücksichtigen sind jedoch die psychischen und emotionalen Folgen einer Sturzgeburt vor allem bei Erstgebärenden, für die eine solche Geburt, aufgrund der rasanten Vorgänge, meist einen Schock bedeutet.

Sturzgeburten werden meist bei Mehrgebärenden beobachtet, deren Geburtskanal sich durch schnell aufeinander folgende Schwangerschaften nicht korrekt zurückbilden konnte. Aber auch bei Erstgebärenden, welche die einsetzenden Wehen falsch deuten und möglicherweise die Schwangerschaft bisher ignoriert oder nicht wahrgenommen haben, ist eine Sturzgeburt durchaus möglich. Pressemeldungen von Geburten auf öffentlichen Toiletten sind damit keine modernen Märchen, sondern durchaus ernstzunehmende Berichte von Sturzgeburten.

Falls eine Sturzgeburt wahrscheinlich bzw. zu erwarten ist, sollten sich schwangere Frauen möglichst frühzeitig der Hilfestellung einer ortsansässigen Hebamme für eine Hausgeburt versichern, denn diese kann meist schneller und kompetenter helfen bzw. die Mutter und das neugeborene Kind versorgen als ein auf medizinische Notfälle ausgerichtetes Team eines Notarzt- oder Krankenwagens.







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