Die normale/natürliche Geburt (auch: Spontangeburt) des Menschen beginnt mit der Eröffnungsphase, dem ersten Stadium der Wehen: Zuerst erfolgen alle 10-30 Minuten Kontraktionen der Gebärmutter mit einer Dauer von ca. 40 Sekunden. In dieser Phase platzt meist auch die Fruchtblase.
Die Frequenz der Kontraktionen erhöht sich auf bis auf eine alle zwei Minuten. Jede Kontraktion der Gebärmutter drückt den Kopf des Kindes gegen den Gebärmutterhals und weitet ihn dadurch, bis er einen Durchmesser von etwa 10 cm erreicht hat.
In der Übergangsphase werden die Wehen schneller und intensiver, der Kopf des Kindes gelangt durch das Becken der Mutter. Hierzu muss das Kind eine 90-Grad-Drehung machen. Dieser Abschnitt der Geburt wird oft als der anstrengendste empfunden.
Im dritten Stadium der Geburt, der Austreibungsphase, ändert sich der Charakter der Wehen erneut. Sie werden zu Presswehen. Das Baby wird aus der Gebärmutter durch den Geburtskanal durch Kontraktionen der Gebärmutter und durch kräftige Unterleibskontraktionen ausgestoßen. Es wird normalerweise in Kopflage geboren.
Beim Austritt des Kopfes aus dem Geburtskanal kann es zum Dammriss kommen. Dabei reißt ein Teil des zwischen Scheide und Anus befindlichen Damms ein. Dem Dammriss wird häufig durch einen Dammschnitt vorgebeugt. Dieser Eingriff ist allerdings sehr umstritten. Fest steht, dass zu häufig geschnitten wird und ein Riss meistens leichter verheilt und weniger Muskelschichten beschädigt als ein Schnitt. Größter Vorteil eines Schnittes ist der schnelle Abschluss der Geburt, da das Kind nicht mehr gegen den Druck des Damms gepresst werden muss.
Nach der Geburt wird das Neugeborene normalerweise sofort auf die Brust der Mutter gelegt und die Nabelschnur durchtrennt. Jetzt sollte das erste Anlegen an der Brust der Mutter erfolgen.
Das letzte Stadium (Nachgeburtsphase) der Wehen tritt etwa eine viertel bis halbe Stunde nach der Geburt ein; jetzt wird die Plazenta (Nachgeburt) ausgestoßen.
Die Dauer der Wehen ist sehr unterschiedlich, man rechnet durchschnittlich 13 Stunden für Erstgebärende, (lat.: primiparae) und acht Stunden für Frauen, die bereits ein Kind geboren haben. Die Zeiten, die für eine Geburt als normal angesehen werden, wurden innerhalb der letzten 50 Jahre halbiert.