Das zunehmende Gewicht kann im letzten Trimenon Rücken- und Fußschmerzen verursachen. Die Wassereinlagerungen in Armen und Beinen nehmen aufgrund des hohen Austauschbedarfes an frischem Fruchtwasser zu. Der sich ausbreitende Uterus drückt auf die Verdauungsorgane und die Lunge, die Folge ist Kurzatmigkeit der Schwangeren und die Gefahr von Hämorrhoiden. Der Ausfluss aus den Brüsten (Kolostrum) kann einsetzen. Eine weitere Ultraschallkontrolle schließt sich an. Der Fetus hat sein Gewicht verdoppelt, er wiegt nun ca. 1 kg und misst ca. 34 cm. Mit etwa 28 Wochen ist er als Frühgeburt lebensfähig, da die Lungen und das Zentralnervensystem genügend ausgebildet sind.
Spätestens im achten Monat beginnt die Geburtsvorbereitung. In speziellen Kursen informieren sich Schwangere und ihre Partner über die Möglichkeiten der Schmerzmittel und Anästhesietechniken und stellen einen Geburtsplan auf. Die zunehmende Blasenschwäche kann durchaus lästig werden und erfordert ein gewisses Training des Schließmuskels. Die verstärkte Kurzatmigkeit wird erst nach dem Auftreten der Senkwehen (2-4 Wochen vor der Geburt) besser. Auf dem juckenden Bauch steht der Nabel deutlich hervor. Es können schmerzlose Kontraktionen des Bauches auftreten. Dieser wird für eine Minute hart und entspannt sich dann wieder.
Im neunten Monat verändern sich die Kindsbewegungen, welches sich aufgrund des geringen Platzes nun mehr dreht als tritt. Einige Tage vor der Geburt tritt das so genannte "Zeichnen" als Folge des sich lösenden Muttermundes auf, der Ausfluss ist leicht blutig. Der Blasensprung, also das Platzen der Fruchtblase, ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass die Geburt innerhalb der nächsten 24 Stunden stattfinden wird. Spätestens jetzt wird es Zeit, die Klinik aufzusuchen oder die Hebamme anzurufen. Mit Einsetzen der richtigen Wehen (rhythmische Kontraktionen der Gebärmutter) wird der Geburtsvorgang eingeleitet. Liegt die Plazenta vor dem Muttermund, muss ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.