Bei der Entstehung von Stress müssen zunächst zwei Arten unterschieden werden. Zum einen gibt es den positiven Stress, den so genannten Eustress. Dieser entsteht in Situationen, die zwar belastend für das Individuum sind, allerdings trotzdem als positiv bewertet werden wie z.B. das Lampenfieber vor einem Auftritt. Entscheidend ist hierbei, dass der Betroffene die jeweilige Situation als beherrschbar ansieht und nicht das Gefühl bekommt die Kontrolle zu verlieren.
Anders hingegen beim so genannten Distress der als negativ empfunden wird. Hiermit wird jede Form von Stress bezeichnet, die schädigende Auswirkungen auf die Betroffenen hat. Dabei handelt es sich um Reize, die Gefühle der Überforderung oder sogar der Bedrohung des eigenen Lebens hervorrufen und mit einem Kontrollverlust einhergehen. Diese Form von Stress hat nachgewiesenermaßen schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit und das seelische Wohlbefinden.
Einige der wichtigsten Stressfaktoren finden sich im Berufsalltag. Vor allem der in vielen Branchen stetig präsente, Zeit- und Termindruck ist ein bedeutender Auslöser für negativen Stress. Auch die große Verantwortung in Führungspositionen ist ein Faktor, der oft dazu führt, dass Betroffene sich überfordert und hilflos fühlen, was wiederum Stressreaktionen auslöst. Doch auch abseits vom Arbeitsplatz sind Menschen von einer Vielzahl von Stressoren umgeben. Der Lärm in Großstädten durch Straßenverkehr, Bahn- und Fluglinien ist zu einem nicht zu unterschätzenden Stressfaktor für viele Personen geworden. Und auch Faktoren wie soziale Isolation und Einsamkeit sind typische Auslöser für Stress, die sich gehäuft in modernen Großstädten finden lassen. Darüber hinaus können natürlich auch traumatische Erlebnisse, die ungenügend verarbeitet werden, wie z.B. der Tod eines nahen Angehörigen oder ein Unfall, als wichtige Stressfaktoren ins Spiel kommen.
Auch wenn sich diese Stressfaktoren nur bedingt vermeiden lassen, so sollte doch mindestens versucht werden, die Stressbelastung so gering wie möglich zu halten. Faktoren wie Lärm werden heute zumindest am Arbeitsplatz sehr ernst genommen und es existieren strenge Richtlinien und Schutzmaßnahmen. Andere Faktoren wie z.B. die Stressbelastung durch Mobbing oder eintönige Arbeiten werden derzeit deutlich weniger beachtet. Hier ist der Betroffene selber gefordert, etwas zu unternehmen, möglichst bevor die körperlichen Auswirkungen deutlich werden. Entspannungstechniken oder sportliche Betätigung können beispielsweise als Ausgleich dienen. Unter Umständen sollten auch drastische Schritte wie ein Wechsel des Arbeitsplatzes in Betracht gezogen werden.