Der Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, allein im Jahr 2002 wurden 55.150 Fälle registriert. (1)
Zur Früherkennung des Brustkrebses wird das regelmäßige Abtasten der Brust nach Knoten empfohlen. Die apparative Diagnostik, die so genannte Mammographie, setzt sich jedoch mehr und mehr im Rahmen der Früherkennung durch. Hiermit können bereits Veränderungen des Brustgewebes erkannt werden, bevor diese als Knoten tastbar werden.
Die Mammographie ist ein radiologisches Verfahren, bei dem die weibliche Brust mit Röntgenstrahlen untersucht wird. Die Strahlendosis ist hierbei äußerst gering und stellt nach Expertenmeinung auch bei mehrfachen Untersuchungen im Lauf des Lebens keine nennenswerte Belastung dar. Lange Zeit gab es den Verdacht, dass Frauen mit bestimmten Genmutationen bereits empfindlich auf diese geringe Strahlendosis reagieren und eventuell die Krebsentstehung hierdurch beschleunigt wird. Dies konnte jedoch anhand einer Studie aus dem Jahr 2006 widerlegt werden. (2)
Die Brust wird während des Röntgens auf ein spezielles Gerät aufgelegt und mit einer Plexiglasplatte leicht komprimiert. Hierdurch wird das Gewebe etwas auseinander gedrückt, wodurch deutlichere Aufnahmen möglich werden. Die Untersuchung geht sehr schnell und ist natürlich absolut schmerzfrei.
Die Mammographie wird in der letzten Zeit verstärkt im Rahmen von Screening-Programmen („systematische Testverfahren“) eingesetzt. Hierbei werden Frauen im Alter von 50 - 69 Jahren gezielt angeschrieben und zur Untersuchung eingeladen. Die Kosten hierfür werden vollständig von den Krankenkassen übernommen. Das Screening-Programm orientiert sich an Ländern wie den Niederlanden, Schweden und Finnland, in denen vergleichbare Programme bereits seit Jahren erfolgreich durchgeführt werden.
Laut einer Studie aus dem Jahr 2000 erhält jede zweite Frau, die das Brustkrebsscreening wie vorgeschrieben nutzt, bei mindestens einer Untersuchung einen positiven Befund.
Allerdings sind diese Programme nicht völlig unumstritten, was vor allem an der Unzuverlässigkeit der Ergebnisse einer Mammographie liegt. Zum einen liefert die Mammographie recht häufig falsch-positive Ergebnisse, was einerseits Angst bei der betroffenen Patientin auslöst und andererseits oft weitere belastende Untersuchungen nach sich zieht. Derzeit stellt sich ca. die Hälfte aller positiven Mammographiebefunde bei der anschließenden Gewebeentnahme als gutartig heraus.
Darüber hinaus liefert die Mammographie gelegentlich auch falsch-negative Resultate, es wird also eine Krebserkrankung übersehen. Die genaue Höhe dieser falschen Ergebnisse ist nicht genau bekannt, man weiß jedoch, dass die Erkennungsrate deutlich niedriger ist, je jünger die Frauen sind. Dies ist auch der Grund, warum die Mammographie als Screening-Untersuchung erst für Frauen ab 50 Jahren empfohlen wird.
(1) www.krebsgesellschaft.de/krebshaeufigkeit,11267.html
(2) www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp