Krankheitsbild
Die Windpocken treten gehäuft im Alter von ca. 2-6 Jahren auf.
Das Virus dringt über die Schleimhaut des Atemtraktes in den Körper ein und wird anschließend über den Blutweg verteilt. Auf diesem Weg gelangen die Erreger unter anderem in die Haut, wo sie den typischen Hautausschlag hervorrufen. Nach dem Überstehen der Krankheit besteht eine lebenslange Immunität. Das Virus gelangt jedoch in die Spinalganglien, wo es zeitlebens verbleibt. Bei geschwächter Abwehr kann es jederzeit reaktiviert werden und führt dann zur Gürtelrose. Dies geschieht überwiegend im höheren Lebensalter.
Die Erkrankung heilt fast immer komplikationslos aus, allerdings kommt es in seltenen Fällen zu schweren Verläufen mit Gehirn- und Lungenentzündung. Erkrankt eine schwangere Frau in der ersten Schwangerschaftshälfte an Windpocken, besteht die Möglichkeit einer Schädigung des Embryos.
Symptome
Die Kinder bekommen Fieber und entwickeln den typischen Windpocken-Hautausschlag, der sich vom Gesicht auf den Rumpf und die Extremitäten austeilt: Zuerst entstehen kleine rötliche Papeln, die sich schnell zu Bläschen weiterentwickeln. Diese rufen einen starken Juckreiz hervor und beinhalten eine hochansteckende Flüssigkeit. Sofern das Kind die Bläschen nicht aufkratzt, trocknen diese innerhalb von einer Woche ein und heilen ohne Narbenbildung ab. Typisch für die Windpocken ist das gleichzeitige Vorhandensein von frischen und älteren Hauterscheinungen, also Papeln und bereits eingetrockneten Bläschen, was als Sternenhimmel bezeichnet wird.
Erreger
Die Windpocken werden durch das Varicella-Zoster-Virus hervorgerufen, das zu den Herpes-Viren gehört.
Therapie
In der Regel heilt die Krankheit ohne jede Behandlung einfach aus. Gegen den Juckreiz werden zumeist Zinkmixturen auf die Haut aufgetragen, in schweren Fällen können auch Antihistaminika verordnet werden. Bei immungeschwächten Patienten werden gelegentlich Virustatika oder Immunglobuline eingesetzt.
Prophylaxe
Es existiert eine Impfung die seit dem Jahr 2004 für alle Kinder zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat empfohlen wird. Darüber hinaus sollten sich Frauen mit Kinderwunsch, die die Erkrankung bisher nicht durchgemacht haben und auch keine Impfung erhalten haben, immunisieren lassen. Somit kann der Embryo vor eventuellen Schäden geschützt werden.