Der Gonorrhoe mit dem Erreger N. gonorrhoea ist die häufigste, sexuell übertragbare Erkrankung überhaupt. Die bakterielle Infektionskrankheit, durch Gonokokken, aerobe und grammnegative Bakterien ausgelöst, wird nur von Mensch zu Mensch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Es kann eine Übertragung auf das ungeborene Kind erfolgen, sofern die Mutter sich infiziert hat. Heute ist die Erkrankung nicht mehr meldepflichtig, unterliegt aber dem Infektionsschutzgesetz.
Symptome
Nach einer Inkubationszeit von zirka drei Jahren treten die ersten Symptome auf, müssen aber nicht. Etwa fünf Prozent der Betroffenen bleiben vollkommen ohne jegliche Symptome, sind aber dennoch infektiös. Der Mann bekommt eine Harnröhrenentzündung mit begleitendem, starken Juckreiz und einem austretenden Sekret, dem sogenannten Bonjourtropfen, die oftmals morgens austreten. Das Wasserlassen ist sehr schmerzhaft. Alle Symptome gleichen einem Bakteriellen Infekt der Harnröhre und Blase. Es können auch Komplikationen wie Prostata- und Hodenentzündungen auftreten, die den Mann unfruchtbar machen können.
Die Frau bekommt nach etwa zehn Tagen Beschwerden wie Entzündung des Gebährmutterhalses inklusive eitrigem Ausfluss, Vaginalschleimhautentzündungen und Entzündungen der Bartholischen Drüsen. Die Frau kann steril werden, sofern die Eileiter und der Gebährmutterhals verkleben. Die Infektion ist auch in der Lage, sich auf das Bauchfell auszubreiten und dort Komplikationen zu verursachen. Beim Oralverkehr treten Halsentzündungen auf, die allerdings selten infektiös sind; dasselbe gilt für den Analverkehr.
Schwerwiegende Folgen können im Auge auftreten; durch das Reiben der Augen nach Kontakt mit infektiösem Sekret werden die Augen mitinfiziert. Es folgen Symptome wie geschwollene Lider, Eiterbildung und erhöhte Durchblutung. Schwere Komplikationen sind Perforation und Bildung eines Geschwüres. Auch der infizierte Fötus kann solche Augenentzündungen bekommen.
Therapie
Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, in der Regel mit Gyrasehemmer oder Cephalosporine. Die Behandlungsdauer beträgt zwischen sieben Tagen und einem Monat. Manchmal sind zusätzliche Tetrazykline sinnvoll um Begleiterkrankungen mitzubehandeln. Natürlich muss auch der Sexualpartner mitbehandelt werden.
Ist die Mutter infiziert, fängt man früh genug mit der Neugeborenenbehandlung an. Nach der Geburt erfolgt die Gabe von Tetrazyklinen oder erythromyzinhaltige Tropfen für das Auge.
Prophylaxe
Wie bei allen anderen Infektionskrankheiten, die sexuell übertragen werden, besteht die einzige Prophylaxe darin, sich beim Geschlechtsverkehr ausreichend zu schützen. Auch wenn der Infizierte nichts von der Erkrankung merkt, kann er seinen Sexualpartner anstecken. Deshalb ist hier äußerste Vorsicht zu bieten.