Tollwut ist eine äußerst gefährliche Krankheit, die durch den Biss oder Hautkontakt mit infizierten fleischfressenden Wildtieren (etwa Füchse, Katzen, Hunde, Affen etc.) übertrage wird. Das Virus wird über den Speichel des betroffenen Tieres ausgeschieden.
Die Inkubationszeit variiert sehr stark: Zwei Wochen bis 90 Tage sind durchaus normal, in Einzelfällen beträgt die Inkubationszeit bis zu 12 Monate.
Das Virus wandert durch den gesamten menschlichen Organismus, gelangt schließlich durch Nervenbahnen in Gehirn und Rückenmark, bevor es sich weiter im Körper ausbreitet.
Symptome
Die Tollwut zeichnet sich durch sehr unterschiedliche, vielfältige Symptome aus. Fieber, Übelkeit, Erbrechen, allgemeines Unwohlsein und Schmerzen an der Bissstelle sind normal. Dazu können noch diverse Angstzustände, Schlaflosigkeit und Depressionen kommen.
Nach etwa zehn Tagen können neurologische Beschwerden auftreten, da das Virus ins Gehirn kommt. Nun kommt es zu Hyperventilation, Sauerstoffmangel, Unfähigkeit sich auszudrücken und zu sprechen, verschiedenen Lähmungserscheinungen, Wasser- und Lichtscheuigkeit. Außerdem treten Verwirrtheit, Halluzinationen und Unruhe auf.
Nach etwa einer weiteren Woche fällt der Tollwütige ins Koma, es folgen Herzrythmusstörungen und der Tod durch Herz- und Atemstillstand.
Erreger
Tollwut wird von Viren der Gattung Lyssavieren, die zur Familie der Rhabdoviridae gehören, ausgelöst. Es gibt insgesamt sieben Genotypen (Rabiesvirus - klassisches Tollwutvirus, Europäisches und Australisches Fledermaus-Lyssavirus etc.), von denen sechs auch beim Menschen auftreten.
Therapie
Bis zum heutigen Zeitpunkt ist keine Therapie gegen Tollwut bekannt. Ist man erst einmal infiziert, stirbt man unweigerlich an den Folgen. Oft wird eine tödliche Enzephalitis - Gehirnhautentzündung - ausgelöst.
Die einzige Chance nach einem Biss durch ein infiziertes Tier sind sofortige Waschungen der Wunde (eventuell mit Alkohol) und eine Impfung mit einem Totimpfstoff. Zusätzlich wird meist auch mit einem Immunglobulin passiv gegen die Tollwut immunisiert und gegen Wundstarrkrampf geimpft.
Prophylaxe
Zur Vorbeugung einer Infektion mit Tollwut zählt der vorsichtige Kontakt mit wildlebenden Tieren - vor allem, wenn diese sich nicht scheu zeigen (tollwütige Tiere verlieren oft die angeborene Scheu vor Menschen). Jeglicher Bisskontakt sollte tunlichst vermieden werden.
Für Menschen, die beispielsweise ein beruflich erhöhtes Risiko haben, infiziert zu werden, empfiehlt sich eine Tollwutimpfung (PCEC-Impfstoff - ein auf Hühnerembryonen gezüchtetes, inaktiviertes Tollwutvirus). Der Impfstoff wird in mehreren Injektionen verabreicht, später folgen mehrere Auffrischimpfungen.