Krankheitsbild
Scharlach ist in Deutschland mit ca. 40.000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt und tritt vor allem bei Kindern auf. Es handelt sich hierbei um eine bakterielle Infektion des Rachenraumes mit einer starken Entzündung.
Die Bakterien produzieren ein Toxin, das die typischen Hautveränderungen hervorruft. Hierbei handelt es sich um kleine, leicht erhabene rote Flecken, die sehr dicht beieinander stehen und einen Juckreiz auslösen.
Zwar heilt die Erkrankung in der Mehrzahl der Fälle folgenlos aus, allerdings können die Erreger in den ersten Wochen nach Ausheilung noch eine Vielzahl von Komplikationen und Folgeerkrankungen hervorrufen. Am wichtigsten ist hierbei das rheumatische Fieber, das zu einer ernsthaften Entzündung des Herzens oder der Nieren führen kann. Der Grund hierfür sind Verbindungen, die sich aus den Erregern und Abwehrzellen des Körpers gebildet haben, so genannte Antigen-Antikörper-Komplexe. Diese können am Herzen und an den Nieren zu schweren Immunreaktionen führen, wobei die Organe starken Schaden nehmen können. Darüber hinaus besteht z. B. die Gefahr einer Gehirnhautentzündung, einer Blutvergiftung (Sepsis) und einer Mittelohrentzündung.
Symptome
Die Symptome setzen meist recht plötzlich ein und bestehen zu Beginn aus Fieber, Schüttelfrost und Halsschmerzen. Häufig kommen auch Kopf- und Gliederschmerzen sowie Husten und Übelkeit hinzu. Der Rachen ist stark gerötet und etwa ab dem 3. Tag ist die Zunge weißlich belegt. Ab dem 5. Tag verschwindet dieser Belag und die Zunge färbt sich dunkelrot, es entsteht die so genannte Himbeerzunge, die charakteristisch für diese Erkrankung ist. Im Gesicht zeigt sich meist eine schmetterlingsförmige Rötung und ein blasser Bereich um den Mund herum („Milchbart-Phänomen“). Darüber hinaus entstehen am Körper viele kleine rote Flecken, bevorzugt am Unterbauch, den Achseln, der Lendengegend und an den Innenseiten der Oberarme und Oberschenkel. In der 2. Krankheitswoche folgt eine starke Schuppung der Haut, vor allem an Händen und Füßen.
Erreger
Die Erkrankung wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und breitet sich somit häufig in Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen aus.
Der Erreger des Scharlachs sind Beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A. Da es drei verschiedene Arten dieses Erregers gibt, ist es möglich, bis zu dreimal im Leben an Scharlach zu erkranken.
Therapie
Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, was in der Regel gut anschlägt und schnell zu Erfolgen führt. Die Behandlung mit Antibiotika ist auch zur Vermeidung der oben genannten Komplikationen sehr effektiv. Darüber hinaus kann eine zusätzliche Therapie mit Schmerzmitteln und desinfizierenden Lösungen zum Gurgeln oder zum Auftragen auf die Haut erfolgen.
Prophylaxe
Das Durchmachen der Krankheit hinterlässt eine Immunität gegen das Bakterientoxin. Eine Impfung gegen Scharlach ist nicht verfügbar.