Krankheitsbild
Die Ruhr ist eine Erkrankung des Dickdarms und kann durch verschiedene Erreger hervorgerufen werden. Bekannt sind u. a. Shigellenruhr und Amöbenruhr, wobei letzte fast ausschließlich in den Tropen vorkommt. Beide Erreger werden z. B. über verseuchtes Trinkwasser und ungewaschene Nahrung übertragen und führen zu einer Entzündung des Dickdarms, in deren Folge es zu teils starken Durchfällen und Bauchschmerzen kommt. In den meisten Fällen verlaufen beide Krankheiten komplikationslos und heilen nach einigen Tagen aus. Es sind allerdings auch gefährliche Komplikationen möglich, die unbehandelt zum Tod führen können.
Symptome
Shigellenruhr (Bakterienruhr): Bei dieser Infektion kommt es zunächst zu hohem Fieber und schleimig-blutigem Durchfall, der mit starken, krampfartigen Bauchschmerzen einhergeht. Es gibt leichte Formen, die lediglich geringe Beschwerden verursachen und nach einigen Tagen ausheilen, und schwere Formen, die bis zu zwei Wochen andauern. Hierbei kommt es zu massivem Durchfall, sodass die Betroffenen, aufgrund des großen Wasserverlustes, so stark austrocknen können, dass sie an einem Schock versterben können. Durch die Toxine kann es zudem zu Krämpfen und Bewusstseinsstörungen sowie Darmgeschwüren und -perforationen kommen.
Amöbenruhr: Die Erkrankung beginnt meist langsam mit schleimig-blutigem Durchfall sowie Magenschmerzen. Die Erkrankung heilt meist komplikationslos aus. In einigen Fällen kann es jedoch zu einer Chronifizierung der Amöbenruhr kommen. Die Betroffenen leiden hierbei abwechselnd unter Durchfällen und Verstopfung in Verbindung mit einer regelmäßig wiederkehrenden Dickdarmentzündung. Die Erreger können sich zudem in der Leber ansiedeln und das Organ stark schädigen (Amöbenabszess).
Erreger
Die Erreger der Shigellenruhr sind Shigella dysenteriae, Shigella flexneri und Shigella sonnei. Die Erreger der Amöbenruhr sind Entamoeba histolytica.
Therapie
Bei beiden Erkrankungen ist die Aufnahme einer großen Menge Flüssigkeit nötig, um die Verluste durch die starken Durchfälle auszugleichen. Eine Shigellenruhr kann mit Antibiotika behandelt werden, während für die Amöbenruhr das Medikament Metronidazol zur Verfügung steht.
Prophylaxe
Es existiert keine Impfung gegen die Erreger. Das Abkochen von Trinkwasser und das Schälen von Obst vor dem Essen kann eine Infektion in vielen Fällen verhindern. In Risikogebieten (Tropen) sollte zudem der Kontakt mit Fäkalien gemieden werden.