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Kinderlähmung (Polio)

Krankheitsbild

Die Kinderlähmung, oder auch Poliomyelitis, ist eine Krankheit, die in den meisten Fällen harmlos verläuft, allerdings sehr schwere Komplikationen verursachen kann.

In Europa ist bereits seit 1993 kein Krankheitsfall mehr aufgetreten, allerdings ist die Kinderlähmung in Entwicklungsländern noch immer ein großes Problem.

Bei ca. 90 % der Infizierten treten keinerlei Symptome auf und die Mehrzahl der Erkrankten verspürt lediglich leichte Beschwerden. In sehr seltenen Fällen kann die Erkrankung jedoch durch die Schädigung von Nervenzellen zu Lähmungen am ganzen Körper führen.

Symptome

Zu Beginn haben die Betroffenen meist nur die Symptome eines grippalen Infektes wie Fieber, Husten, Gliederschmerzen und Erbrechen. Nach einigen symptomfreien Tagen, in denen sich die Erreger stark vermehren, kommt es zu starken Kopfschmerzen, Schwäche und Schmerzen in verschiedenen Körperregionen. Innerhalb von ca. zehn Tagen können sich nun Lähmungen am ganzen Körper entwickeln. Diese treten häufig sehr plötzlich auf und werden von starkem Schwitzen, Schmerzen und Blutdruckschwankungen begleitet. Hierbei kann es zum Tod des Patienten durch eine Atemlähmung kommen.

Wird diese Phase überlebt, kommt es während der Heilungsphase meist zu einer vollständigen oder teilweisen Regeneration der gelähmten Körperpartien. Diese Phase kann bis zu einem Jahr dauern.

Erreger

Die Erreger sind die Polio-Viren Typ 1-3. Diese werden per Tröpfcheninfektion oder mit dem Stuhl übertragen.

Therapie

Es ist ausschließlich eine symptomatische Therapie möglich. Zur Behandlung der Schmerzen werden meist Schmerzmittel verordnet, außerdem entzündungshemmende Mittel. Bei der Gefahr einer Atemlähmung ist die Behandlung auf einer Intensivstation unerlässlich. Zur Wiederherstellung der Beweglichkeit nach der Heilung ist eine Physiotherapie sinnvoll.

Prophylaxe

Nach durchgemachter Erkrankung existiert eine langanhaltende Immunität, allerdings ausschließlich gegen den Virus-Typ, der die Krankheit hervorgerufen hat. Es ist also möglich, dreimal im Leben an Kinderlähmung zu erkranken.

Es existiert eine Impfung, die für alle Kinder empfohlen wird. Dank der regelmäßigen Anwendung dieser Impfung gilt die Kinderlähmung in Deutschland heutzutage als ausgerottet.







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