Krankheitsbild
Die Infantile Zerebralparese ist auch unter den Bezeichnungen Zerebrale Kinderlähmung und Morbus Little bekannt. Es handelt sich um eine Schädigung der motorischen Bereiche des Gehirns, wodurch die Steuerung der Muskeln nur unzureichend funktioniert und somit verschiedenste Bewegungsstörungen und Lähmungen auftreten können.
Diese Störung tritt bei ca. 2 von 1000 Neugeborenen auf, wobei männliche Kinder etwas häufiger betroffen sind als weibliche (Verhältnis 1,33 : 1). (1)
Die Ausprägung der Symptome kann stark variieren, je nachdem, welche Bereiche des Gehirns geschädigt wurden. Das Spektrum reicht von leichten Einschränkungen bei feinmotorischen Arbeiten bis zu einer vollständigen Lähmung aller Extremitäten.
Symptome
Bei der Krankheit kommt es zu Störungen der Muskelstärke, der Muskelspannung und der Muskelkoordination, wodurch Bewegungsabläufe nur eingeschränkt oder gar nicht mehr ausgeführt werden können. Häufig treten Spastiken durch eine konstante Erhöhung der Muskelspannung auf.
Je nach geschädigter Hirnregion können unterschiedliche Bereiche des Körpers betroffen sein. Bei der häufigsten Ausprägung, der so genannten Displegie, sind z.B. die Beine deutlich stärker betroffen als der Oberkörper, während bei der Hemiplegie nur eine Körperseite eingeschränkt ist. Auch eine vollständige Lähmung aller Gliedmaßen ist möglich, allerdings sehr selten.
Neben den Störungen am Bewegungsapparat treten bei vielen Betroffenen noch weitere Krankheiten auf, die ebenfalls aus einer Schädigung des Gehirns resultieren. Häufig sind z. B. Epilepsie, Hör- und Sprachstörungen und psychische Symptome wie Intelligenzminderung oder Verhaltensauffälligkeiten.
Ursache
Die Infantile Zerebralparese kann eine Vielzahl von Ursachen haben. In vielen Fällen ist z. B. ein Sauerstoffmangel während der Schwangerschaft die Ursache der Schädigung am Gehirn. Auch der Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten der Mutter kann zu einer Vergiftung des Embryos und somit zu Schäden am Gehirn führen. Darüber hinaus zählen auch Infektionen oder Unfälle während der Schwangerschaft sowie Gendefekte zu den möglichen Auslösern.
Therapie
Eine ursächliche Therapie ist nicht möglich. Zur Linderung der Symptome steht jedoch ein breites Spektrum therapeutischer Maßnahmen zur Verfügung.
Besonders wichtig ist die Betreuung durch einen Orthopäden sowie eine regelmäßige physiotherapeutische Behandlung. Die Bobatherapie und die Behandlung nach Vojta haben sich hier besonders bewährt. Je nach Ausprägung der Krankheit kann auch eine Ergotherapie oder eine logopädische Behandlung sinnvoll sein.
Zur medikamentösen Behandlung werden Mittel zur Entspannung der Muskeln verabreicht. In sehr seltenen Fällen kommt auch eine Operation in Betracht.
Prophylaxe
Eine effektive Prophylaxe besteht in der Vermeidung aller Faktoren, die während der Schwangerschaft zu einer Schädigung des embryonalen Gehirns führen können.
1) journals.cambridge.org