Unter dem Begriff Herpes versteht man eine Infektionskrankheit der Haut, die durch das Herpes- Simplex- Virus hervorgerufen wird. Am häufigsten tritt Herpes in der Gesichts- und Genitalregion auf.
Krankheitsbild
Man unterscheidet mehrere Herpes- Formen: Die erste Herpesinfektion, die mit Bläschenbildung und einer Entzündung der Bläschen einhergeht, kann an drei verschiedenen Stellen auftreten. In der Mundhöhle bezeichnet man sie als Gingivostomatitis, im Scheidenbereich als Vulvovaginitis und in der Harnröhre wird sie Urethritis genannt. Lippenherpes, der in der äußeren Mundregion entsteht, tritt in der Regel erst als Zweit- oder Späterkrankung auf.
Symptome
Die Herpeserkrankung an der Lippe kündigt sich in der Regel mit einem Spannungsgefühl und Jucken in der Mundregion an. Die Haut rötet sich und es bilden sich nässende Bläschen, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. Wenn diese aufplatzen, verschorft der Bereich.
Auch Genitalherpes geht mit Bläschenbildung einher, durch die kleine, schmerzhafte Geschwüre entstehen. Beim Urinieren kommt es zu Ausfluss und Brennen.
Erreger
Die Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus erfolgt zumeist bereits im Kindesalter. Dabei zeigt diese Erstinfektion in der Regel noch keine Symptome. Doch das Virus wird unbemerkt zu einem lebenslangen Begleiter, denn die Viren verbleiben passiv im Körper. Zum Ausbruch des Viruses im Erwachsenenalter, mit all seinen Symptomen, kann es aus zwei Gründen kommen.
Die erste Möglichkeit ist eine erneute Infizierung durch einen anderen Erkrankten, zum Beispiel durch direkten Kontakt beim Küssen, oder durch die Übertragung in der Luft.
Die zweite Möglichkeit ist, dass die passiven Viren wieder aktiviert werden. Auslöser dafür können Stress, UV- Strahlen, die Menstruation oder die Geburt eines Kindes, aber auch andere fieberhafte Infekte sein. Manchmal gibt es aber auch gar keine spezielle Ursache für den Ausbruch. Und auch nach Infektion ist man nicht vor einem Wiederauftreten der Krankheit geschützt, denn es erfolgt keine Immunisierung gegen das hartnäckige Virus.
Therapie
Bisher hat die Medizin noch keine Möglichkeit gefunden, Herpes zu heilen. Zwar können die Symptome, z.B. durch antivirale Salben, behandelt werden, doch das Virus selbst kann noch nicht bekämpft werden. Besonders wichtig ist, dass eine Ausbreitung auf die Augen verhindert wird, da dies zu Hornhautentzündungen und Vernarbungen der Hornhaut führen kann.
Prophylaxe
Eine Prophylaxe gestaltet sich schwierig in Anbetracht der Tatsache, dass 95% der Erwachsenen mit Herpes infiziert sind. Antiherpes- Cremes zeigen in der Regel keine Wirkung. Ein Impfstoff gegen die Viren ist in der Testphase.