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Bettnässen (Enuresis)

Krankheitsbild

Das Bettnässen bezeichnet eine Erkrankung, die mit einem ungewollten Abgang von Urin während der Nacht einhergeht. Diese Störung betrifft zwar überwiegend Kinder, kann jedoch auch noch bei Erwachsenen auftreten.

Man unterscheidet hierbei die primäre Enuresis, bei der das Kind nie dauerhaft trocken gewesen ist und die sekundäre Enuresis, bei der das Kind, nach einer längeren Phase der Kontinenz, wieder mit dem Einnässen beginnt.

Symptome

Die Störung äußert sich im nächtlichen Einnässen der Kinder. Die Häufigkeit kann zwischen täglichem und gelegentlichem Einnässen, mit Abständen von mehreren Wochen, schwanken. Wesentlich seltener, allerdings immer noch häufig, ist das Einnässen am Tag z.B. als Reaktion auf einen Konflikt oder auch völlig unbewusst während des Spielens.

Ursache

Die Ursachen für nächtliches Einnässen können vielseitig sein und sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch diverse Faktoren, deren Relevanz für das Bettnässen allgemein akzeptiert wird. Die familiäre Häufung dieser Störung ist bspw. ausführlich dokumentiert worden, sodass von Wissenschaftlern ein genetischer Zusammenhang vermutet wird, auch wenn das entsprechende Gen noch nicht gefunden wurde.

Es wird zudem ein Zusammenhang mit der Konzentration des Antidiuretischen Hormons (ADH) vermutet, da dieses die Harnausscheidung maßgeblich steuert. Betroffene haben vermutlich nachts einen zu geringen Spiegel dieses Hormons im Blut. Auch eine verzögerte Hirnentwicklung wird als Ursache diskutiert, da dies dazu führen könnte, dass erst zu einem späten Zeitpunkt eine bewusste Blasenkontrolle erreicht wird.

Darüber hinaus spielt die Psyche des Kindes eine Schlüsselrolle beim Bettnässen. Die Störung tritt z. B. auffällig oft bei Kindern auf, die durch Todesfälle und Trennungen traumatisiert wurden, oder die in außerordentlich ärmlichen Verhältnissen aufwachsen. Das Bettnässen wird von Psychologen häufig als stummer Schrei nach Aufmerksamkeit und Zuwendung interpretiert.

Therapie

Je nach Ursache gibt es eine Vielzahl von Therapien. Häufig führt bereits die Schulung der Eltern und somit ein veränderter Umgang mit dem Kind zum Erfolg. Hier erlernen die Eltern den richtigen Umgang mit dem einnässenden Kind und können dann, statt mit Bestrafung zu reagieren, aktiv an der Lösung des Problems mitarbeiten. Unter Umständen kann auch eine Psychotherapie hilfreich sein. Um die Auswirkungen des Einnässens kontrollieren zu können, kann man Windeln verwenden.

Bei der medikamentösen Therapie wird Desmopressin verabreicht, das mit dem ADH verwandt ist und somit für eine Verringerung der nächtlichen Harnbildung sorgt.

Prophylaxe

Eine wirksame Prophylaxe existiert nicht.







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