Die Fruchtbarkeit eines Mannes wird fast ausschließlich durch die Qualität der Spermien bestimmt. Dementsprechend kommen für Unfruchtbarkeit bei Männern deutlich weniger Ursachen in Betracht als bei Frauen.
Neben funktionellen Problemen, wie z.B. die Unfähigkeit zur Erektion, sind hier ausschließlich Faktoren von Bedeutung, die die Produktion gesunden Spermas beeinträchtigen, was entweder eine verminderte Produktion von Spermien oder eine Funktionsbeeinträchtigung der gesunden Spermien (verminderte Beweglichkeit) zur Folge hat.
Ein Faktor, der die Qualität des Spermas maßgeblich bestimmt, ist die Temperatur der Hoden. Zu hohe Temperaturen können die Spermaproduktion äußerst negativ beeinflussen. Hier können schon wenige Grad Celsius zur Entstehung von unbeweglichen und fehlgebildeten Spermien führen. In manchen Fällen ist bereits das Tragen einer zu engen Unterhose und einer damit einhergehenden Temperaturerhöhung ausreichend, um eine Unfruchtbarkeit hervorzurufen. Diese ist jedoch nur temporär und vollständig heilbar. Durch einen Wechsel der Unterwäsche und die folgende Temperaturverminderung, nimmt die Qualität der neugebildeten Spermien schnell wieder zu.
Ein anderer, häufiger Grund für Unfruchtbarkeit sind Lageanomalien des Hodens. Diese resultieren aus einer Fehlentwicklung in der Embryonalphase: Die Hoden entstehen ursprünglich im Inneren des männlichen Embryos und wandern von hier an ihren Bestimmungsplatz. Bei ca. 3-6 % der männlichen Neugeborenen treten Probleme in dieser Entwicklung auf und es kommt zu einem Hodenhochstand bzw. zu einer Hodenektopie. Erstes bezeichnet einen fehlenden bzw. ausgebliebenen Abstieg des Hodens in den Hodensack, während es bei der Hodenektopie zu einer Abweichung vom vorgesehenen Pfad kommt. Der Hoden kann hierbei z.B. in den Oberschenkel oder in den Bereich des Damms wandern.
Sofern die Fehlentwicklung nicht frühzeitig behoben wird, kann es zu einer anhaltenden Beeinträchtigung der Spermienqualität kommen, die eine dauerhafte Unfruchtbarkeit auslösen kann. Die Ursachen hierfür sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass die starke Temperaturerhöhung der Hoden im Körperinneren zu einer dauerhaften Schädigung führt. Darüber hinaus ist das Hodengewebe in vielen Fällen unterentwickelt, was durch hormonelle Defizite während der Embryonalphase erklärt wird, die ebenfalls eine Ursache für ein Ausbleiben des Hodenabstiegs darstellen.
Darüber hinaus können auch Faktoren wie Nährstoffmangel bzw. Fehlernährung, Drogenmissbrauch oder Umweltschadstoffe zu einer herabgesetzten Spermienqualität führen. Eine ärztliche Untersuchung und Beratung kann in einigen Fällen für Aufklärung und Abhilfe sorgen.