Die Intrauterine Insemination (IUI) soll die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung erhöhen. Es ist jedoch kein Verfahren im Rahmen der In-Vitro-Fertilisation, die Befruchtung findet im Körper der Frau statt.
Bei diesem Verfahren werden die Samenzellen des Mannes gewonnen und im Labor einer Aufbereitung unterzogen, indem man die Spermien von den anderen Bestandteilen des Spermas trennt. Bei diesem Vorgang sterben schwächere Spermien ab, d. h. es findet automatisch eine Selektion statt, bei der letztendlich nur die gesunden Spermien überleben. Diese werden im Anschluss mit einem dünnen Schlauch zum Zeitpunkt des Eisprungs direkt in die Gebärmutter injiziert. Dies ist in der Regel ein kurzer und schmerzloser Vorgang.
Der Zeitpunkt des Eisprungs wird zuvor durch Hormon- und Ultraschalluntersuchungen annähernd genau bestimmt. Die Spermien können also zum optimalen Zeitpunkt in die Gebärmutter eingebracht werden, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft stark ansteigt.
Die Methode ist sinnvoll bei Frauen, die starke Immunreaktionen auf Sperma zeigen, wodurch die Spermien in der Regel vor Erreichen der Gebärmutter absterben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spermium die Eizelle erreicht, steigt mit der Einbringung in die Gebärmutter erheblich.
Darüber hinaus wird die Intrauterine Insemination bei Vorliegen einer mangelhaften Spermienqualität des Mannes angewendet. Bei einer geringen Anzahl funktionsfähiger Spermien ist die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Befruchtung deutlich geringer. Durch die Isolation der gesunden Spermien und die Verkürzung des Weges bis zum Ei, wird eine Befruchtung in vielen Fällen wieder möglich.
Und auch bei Unfruchtbarkeit mit ungeklärter Ursache kann die Methode Anwendung finden, da es ein ausgesprochen risikoarmes Verfahren ist.
Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft kann noch weiter gesteigert werden, wenn die Intrauterine Insemination mit einer hormonellen Behandlung kombiniert wird, die zum Ausreifen mehrerer Eier führt. Dies geschieht in der Regel mithilfe des Hormons FSH, das sich die Frau über einen kurzen Zeitraum regelmäßig spritzen muss.
Die Erfolgswahrscheinlichkeit schwankt jedoch, in Abhängigkeit der Ursache der Unfruchtbarkeit, sehr stark. Rein statistisch sind nach sechs Behandlungen 25 – 35 % der Frauen schwanger.