Vor dem Eingriff wird im Allgemeinen die Blase durch Einlegen eines Blasenkatheters entleert. Der Eingriff kann in Allgemeinanästhesie (Narkose), Regionalbetäubung (Peridural- oder Spinalanästhesie) oder auch in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie, Paracervical-Blockade) durchgeführt werden. Darüber informiert Sie Ihr behandelnder Frauenarzt bzw. Anästhesist.
Um einen besseren Zugang zur Gebärmutterhöhle zu haben, ist es meist erforderlich, den Gebärmutterhals mit einem speziellen Instrument, welches durch die Scheide eingeführt wird, aufzudehnen.
Manchmal wird vor der Ausschabung die Gebärmutter mittels eines speziellen optischen Instrumentes (Hysteroskop) genauer betrachtet. Hierzu wird das Gerät über die Scheide und den Gebärmutterhalskanal in die Gebärmutterhöhle eingeführt (Abb. 2).
Krankhafte Veränderungen können besser erkannt werden, wenn die Wände der Gebärmutter entfaltet sind. Deshalb wird die Gebärmutterhöhle mit Kohlensäuregas oder Flüssigkeit gefüllt. So ist es möglich, mit dem optischen Gerät die Innenwände, die Schleimhaut und die Eileiteröffnungen in der Gebärmutterwand zu betrachten. Falls erforderlich, lassen sich während der Spiegelung mit einer winzigen Zange gezielt kleine Gewebeproben aus der Gebärmutterschleimhaut gewinnen, die dann einer feingeweblichen Untersuchung unterzogen werden. Danach schiebt der Arzt ein dünnes Instrument in die Gebärmutterhöhle vor und saugt oder schabt das Gewebe ab.
Soll die Ausschabung bei einer gestörten Schwangerschaft ohne Spontanausstoßung erfolgen, kann häufig eine zusätzliche medikamentöse Vorbehandlung notwendig sein. Damit wird eine Erweichung und Teileröffnung des Muttermundes erreicht. Dies erleichtert die Aufdehnung und reduziert ihre Spätfolgen (z. B. Muttermundverschlussschwäche bei späteren Schwangerschaften) weitgehend.
Bei Zufallsbefunden oder Störungen (z. B. stärkere Blutungen, Verletzungen), die beim jeweils aktuellen Stand der Diagnostik nicht vorhersehbar sind, kann es jedoch erforderlich sein, den Eingriff zur Vermeidung von weiteren Komplikationen zu erweitern oder durch einen Bauchschnitt (Laparotomie) bzw. Bauchspiegelung (Laparoskopie) fortzusetzen. Dabei werden Bauchraum und Gebärmutter durch einen Querschnitt an der Schamhaargrenze (sog. Bikinischnitt) oder durch kleine Schnitte am Nabelrand und an der unteren Bauchdecke eröffnet.
Ist Ihr Rhesusfaktor negativ und wurde bei Ihnen die Ausschabung wegen einer gestörten Schwangerschaft oder Fehlgeburt durchgeführt, erhalten Sie nach Abschluss der Behandlung eine Spritze, um Komplikationen bei späteren Schwangerschaften zu vermeiden.