Der Prostatakrebs ist mit 48.650 neu auftretenden Fällen pro Jahr die Tumorerkrankung mit den meisten Neuerkrankungen.(1) Zugleich stellt er, nach Lungen- und Darmkrebs, die dritthäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen der Männer dar.
Als einer der größten Risikofaktoren gilt eine familiäre Häufung von Prostataerkrankungen und somit die genetische Disposition. Die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung ist ca. doppelt so hoch, falls der Vater oder ein Bruder an Prostatakrebs erkrankt sein sollte. Eine anderer, die Entstehung von Krebs begünstigender Umstand ist ein hoher Spiegel des Hormons Testosteron: Die Tumorzellen benötigen diesen Stoff zum Wachstum – einer der Gründe, weshalb sich im Körper von Eunuchen kein Prostatakarzinom entwickeln kann.
Darüber hinaus scheint das durch Sonnenbestrahlung in der Haut gebildete Vitamin D eine wichtige Rolle bei der Entstehung zu spielen. Ein Mangel dieses Vitamins konnte mit einem erhöhten Risiko für diverse Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden, darunter z. B. Brust-, Dickdarm- und Prostatakrebs.
Die altersbedingte Vergrößerung der Prostata, die bei allen Männern mehr oder weniger ausgeprägt auftritt, ist jedoch kein Risikofaktor für die Krebsentstehung.
Das Prostatakarzinom entsteht oft unbemerkt und verursacht oft jahrelang keine Symptome. Aus diesem Grund wird allen Männern über 45 Jahren empfohlen, regelmäßig eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch zu nehmen.
Wie bei allen Krebsarten gilt natürlich auch hier, dass die Heilungschancen umso höher sind, je früher der Krebs erkannt wird. Die Behandlung besteht zumeist in der operativen Entfernung der Prostata oder in Strahlen- und Chemotherapie.
Auch eine Hormonbehandlung kommt beim Prostatakrebs in Betracht. Hierbei werden Medikamente verabreicht, die die Produktion von Testosteron im Körper verringern, was das Tumorwachstum bremsen soll.
Häufig wird der Tumor jedoch erst bemerkt, wenn sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet haben, die verschiedenste Symptome hervorrufen können. Häufig treten z.B. Knochenschmerzen durch Metastasierung in das Skelett, oder Blasenentleerungsstörungen durch die starke Vergrößerung der Prostata auf. In diesem Stadium ist eine Heilung nicht mehr möglich, und es kann nur noch mit dem Ziel der Linderung von Beschwerden therapiert werden.
(1) http://www.krebsgesellschaft.de/krebshaeufigkeit,11267.html