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Blasenschwäche bzw. Harninkontinenz der Frau

Viele Frauen kennen das unangenehme Gefühl bei alltäglichen Ereignissen. Man geht eine Treppe hoch oder lacht, muss niesen, vielleicht etwas Schweres tragen und spürt einen unwillkürlichen Verlust von Urin. Nicht nur Frauen während und nach den Wechseljahren sind davon betroffen. Auch junge Frauen leiden unter dem, was man umgangssprachlich Blasenschwäche und medizinisch Harninkontinenz nennt, nicht nur physisch, sondern aus psychisch. Ihnen ist die Erkrankung noch zusätzlich bis hin zur sozialen Selbstisolation unangenehm, weil sie befürchten, durch häufige Gänge zur Toilette aufzufallen, oder sie könnten unsauber riechen.

Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt erreicht, sich dem Arzt anzuvertrauen. Blasenschwäche, bzw. Harninkontinenz hat unterschiedliche Formen und Symptome. Selten sind Extraurethrale-, Reflex- sowie Überlauf-Inkontinenzen. Dagegen sind Belastungs- und Drang-Inkontinenz die beiden Formen der Harninkontinenz, die am häufigsten und in Kombination vorkommen.

Die Belastungs-Inkontinenz trifft im verstärkten Maße Frauen mit geschwächtem Harnverschluss. Die Ursachen können vielfältig sein. Neben einer angeborenen Bindegewebsschwäche oder dem normalen Alterungsprozess, sind Schwangerschaften und Geburten, die zur Schwäche der Beckenbodenmuskulatur geführt haben, Gründe, die zu einer Harninkontinenz führen. Aber auch der Mangel an Östrogen während der Wechseljahre kann zum Ergebnis haben, dass sich die Gewebefestigkeit der Harnröhre vermindert, was unkontrollierten Harnabgang dann zur Folge hat.
Die Heilungschancen für eine Belastungs-Inkontinenz sind gut. Oftmals führen Beckenbodentraining, Medikamente oder eine Östrogenbehandlung zum gewünschten Erfolg. In vielen Fällen wird auch Heilung durch besonders sanfte und schonende Operationstechniken, wie der Einsatz eines Tension free Vaginal Tape erreicht. Dabei wird, bei dieser erfolgreichen Methode zur Rückerlangung der Kontinenz, während einer ca. 30 Minuten Operation, ein Kunststoffband unterhalb der mittleren Harnröhre eingesetzt.

Blasensteine und Harnwegsinfektionen, sowie Blasenentzündungen sind neben einer psychosomatischen Blasenerkrankung oft die Ursache für eine Drang-Inkontinenz. Sie ist gekennzeichnet durch starken Harndrang und einen unkontrollierbaren Urinverlust. Grund für diese Art der Blasenschwäche ist ein plötzlich auftretendes, nicht zu kontrollierendes Zusammenziehen des Blasenmuskels durch eine Überaktivität, die den Betroffenen die Toilette meist nicht mehr rechtzeitig erreichen lassen. In weniger schwierigen Fällen helfen bereits schon pflanzliche Medikamente in Verbindung mit einem Blasentraining. Dabei wird der Harninkontinenz mit einem individuell angepassten Zeitplan entgegen getreten, der für eine Blasenentleerung vor dem auftretenden Harndrang sorgt. Betroffene erhalten damit ein sichereres Gefühl für ihre Blase, und das Aufnahmevolumen der Blase wird erhöht. Eine weitere therapeutische Möglichkeit ist eine Elektrostimulation zur Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur, bei gleichzeitiger Entspannung der Blasenmuskeln. Bei schweren Infektionen hingegen werden entsprechende Medikamente, wie beispielsweise Antibiotika verabreicht.

Viele Betroffene verbinden ihr Problem mit der Menge der Flüssigkeitsaufnahme und trinken zu wenig, um die Beschwerden kontrollieren zu können. Die Harnausscheidung wird zwar tatsächlich verringert, jedoch verstärkt eine geringere Trinkmenge die Gefahr zur Bildung von Blasensteinen durch eine hohe Urinkonzentration. Dazu kommt ein steigendes Infektionsrisiko, da weder die Blase noch die Harnwege ausreichend durchgespült, und eventuelle Krankheitserreger somit nicht ausgeschieden werden können. Sinnvoller ist es, die Flüssigkeitsmenge über den Tag so zu verteilen, dass der Harndrang nicht auftritt, wenn er als besonders störend und zeitlich unpassend empfunden wird.

Es gibt also einige Möglichkeiten zur Wiederherstellung der Kontinenz, und nur ein wirkliches Argument, das dagegen spricht – nämlich das Problem zu tabuisieren.







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