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Ess-Brech-Sucht - eine Krankheit, an der meist Frauen leiden

Die Ess-Brech-Sucht ist bekannter unter dem Namen Bulimie und ist eine Krankheit, die fast ausschließlich Frauen betrifft. Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass dies mit der Geschlechterrolle der Frau in der heutigen Gesellschaft begründet werden kann, da Frauen in erheblich stärkerem Maße als Männer den aktuellen Schönheitsidealen unterworfen sind. Dies wird auch deutlich an der Tatsache, dass die Mehrzahl der Erkrankten Berufe ausübt, bei denen das Körpergewicht einen entscheidenden Erfolgsfaktor darstellt, also z.B. Fotomodelle oder Tänzerinnen.

Die Erkrankten leiden unter regelmäßigen Heißhungerattacken, während derer sie völlig die Kontrolle über sich und die aufgenommene Nahrungsmenge verlieren. Im Anschluss an diese Attacken versuchen die Betroffenen, die zugeführten Kalorien schnellstmöglich wieder zu verlieren. Am häufigsten geschieht dies durch Erbrechen. Aber auch exzessiver Sport oder drastische Diäten werden zur Gewichtsreduktion durchgeführt.

Viele Betroffene sind normalgewichtig, da die übermäßig aufgenommenen Kalorien in der Regel schnell wieder abgebaut oder ausgeschieden werden. Die Bulimie beginnt oft während der Pubertät und bleibt in der Regel lange unentdeckt. Sie entwickelt sich in vielen Fällen aus einer Magersucht und auch in späteren Krankheitsstadien ist ein Zurückfallen in die Symptomatik der Magersucht möglich.

Die Ursachen der Ess-Brech-Sucht sind, nach heutigem Kenntnisstand vielfältig und umfassen biologische, psychologische und soziale Faktoren. Es handelt es sich überwiegend um Patientinnen mit mangelhaftem Selbstwertgefühl und einer gestörten Selbstwahrnehmung. Zudem wurde durch Studien gezeigt, dass eine genetische Prädisposition das Erkrankungsrisiko drastisch erhöht. Im Gegensatz zur Magersucht, bei der sich die gesundheitlichen Schäden erst nach längerer Zeit manifestieren, kann die Bulimie im akuten Anfall lebensbedrohlich sein: Die häufige Verwendung von Brech- und Abführmitteln kann leicht zu Störungen des Elektrolythaushaltes führen, da zusammen mit dem Wasser viele Mineralien wie Kalium und Kalzium aus dem Körper ausgeschwemmt werden. Dies wiederum kann z.B. Herzrhythmusstörungen, Lähmungserscheinungen oder Krampfanfälle auslösen.

Durch das ständige Erbrechen werden zudem Speiseröhre und Mundhöhle durch die Magensäure extrem geschädigt, so dass man ein erhöhtes Krebsrisiko in diesem Bereich sowie häufig Karies beobachten kann. Die Therapie erfolgt meist in Form einer Psychotherapie, kombiniert mit Antidepressiva. Auch Ernährungstraining gehört zum Therapiekonzept, um das gestörte Verhältnis zum Essen, das viele Patienten besitzen, zu korrigieren.


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