Neben den Allesessern, die, wie der Name schon sagt, prinzipiell jegliche Nahrung zu sich nehmen, und sich allenfalls vom persönlichen Geschmack leiten lassen, existieren noch zwei weitere Ernährungsstile, die sich einer großen Anhängerschaft erfreuen. Hierbei handelt es sich um Vegetarier bzw. Veganer, die beide ganz bewusst auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten.
Im Vegetarismus wird beispielsweise auf den Verzehr von Fleisch und Fisch vollständig verzichtet. Tierische Produkte wie Eier, Milch oder Honig werden jedoch in die Ernährung eingebunden. Der Veganismus geht in dieser Hinsicht noch einen Schritt weiter, indem auf sämtliche tierische Produkte verzichtet wird. Dies beginnt bei Fleisch, Eiern und Milch und schließt z. B. auch Kleidung aus Leder mit ein.
Die Angaben über die Verbreitung dieser Ernährungsstile schwanken sehr stark. So gibt die Nationale Verzehrstudie des Jahres 2007 die Anzahl der Vegetarier mit 1,6 % der Gesamtbevölkerung an (1), während der Europäische Vegetarier-Bund ganze 9 % der Bevölkerung als Vegetarier einstuft. (2) Ähnlich ist die Situation bzgl. der Verbreitung des Veganismus, für den Zahlen zwischen 0,1 % (1) und 1 % (3) angegeben werden.
Für eine Ernährung ohne Fleisch bzw. ohne jeglichen Tierprodukte werden verschiedene Gründe angeführt. Die meisten Menschen nennen ethische Argumente, sie möchten unnötiges Leid der Tiere verhindern. Viele Anhänger sprechen sich generell gegen das Verspeisen von Tieren aus, während für andere lediglich die moderne Massentierhaltung als Grund genannt wird. Gerade bei Veganern stellt die Wahrung der Tierrechte in der Regel die Hauptmotivation dar.
Unter Vegetariern finden sich hingegen auch andere Überlegungen. So wird hier z. B. auch häufig mit gesundheitlichen Aspekten argumentiert, und auch die ökologischen Nachteile, die durch die Massentierhaltung entstehen, sind für viele Anhänger ein Grund, auf den Verzehr von Fleisch zu verzichten.
Insbesondere die gesundheitlichen Aspekte sind in der Medizin und der Ernährungswissenschaft umfassend untersucht worden. Es gilt derzeit als gesichert, dass eine vegetarische Ernährung keinerlei Gesundheitsrisiken birgt, solange weiterhin Milchprodukte verzehrt werden. Insbesondere Vitamin B12 und in geringerem Maße Eisen sind überwiegend in tierischen Produkten enthalten. Durch den ausreichenden Konsum von Milch und Eiern kann eine optimale Versorgung allerdings sichergestellt werden.
Veganismus ist in dieser Hinsicht kritischer zu betrachten. Da hier keinerlei tierische Produkte konsumiert werden, kann es i. B. auf diese zwei Nährstoffe leicht zu Mangelerscheinungen kommen. Bei veganer Ernährung könnte es also sinnvoll sein, in regelmäßigen Abständen Blutuntersuchungen durchzuführen, um Nährstoffdefizite rechtzeitig zu erkennen.
1) www.bmelv.de/cln_045/nn_1196770/SharedDocs/downloads/03-Ernaehrung/NVS2/NVS__Ergebnisbericht.html__nnn=true
2) www.euroveg.eu/lang/en/info/howmany.php
3) www.veganwelt.de/inhalt/vegan/v-faq.html
Literatur:
Reinhardt, Schmidt, Rücker-Weininger: Natürlich vegan. Animal Learn Verlag, 2007
Guenter Kugler. Vegetarisch essen – Fleisch vergessen. Ärztlicher Ratgeber für Vegetarier und Veganer. Verlag Das Wort, 2007