Tiefe Falten können durch einen natürlichen Schwund des Bindegewebes entstehen. Eingezogene Narben dagegen bilden sich oft nach Verletzungen oder Infektionen.
Zur Behandlung derartiger Hautveränderungen bieten sich im wesentlichen zwei Möglichkeiten:
• Operation: Durch Ausschneiden, Abschleifen, Lasern oder Spannen der Haut können Falten der Gesichtshaut behoben werden. Mit Eigengewebe (z.B. Hautanteilen oder Gewebsverlagerung aus der Umgebung) können Falten oder narbige Einziehungen ebenso unterpolstert werden wie auch mit verschiedenen synthetischen Materialien.
• Medikamente: Durch Einspritzung bestimmter Mittel kann die entsprechende Hautstelle "aufgepolstert" werden.
Je nachdem, wie ausgeprägt die Veränderungen der Haut sind, können die Verfahren einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. Dies richtet sich nach Beschaffenheit der Haut, Tiefe und Lage der Narben bzw. Falten oder sonstiger Bindegewebsveränderungen. In Ihrem Fall empfiehlt Ihnen der Arzt eine Kollageneinspritzung.
Kollagen ist ein körpereigenes Eiweiß, das unter anderem im Bindegewebe vorkommt. Das bei diesem Eingriff verwendete Kollagen wird aus Rinderhaut hergestellt.
Damit das Kollagen für den menschlichen Körper verträglich ist, wird es gereinigt und so aufbereitet, daß schädliche Anteile entfernt werden. Das Kollagen wird unter die eingesunkenen Hautbereiche gespritzt und hebt die Hautoberfläche an. Es ordnet sich in Gitterstruktur an und stützt die Ausbildung des körpereigenen umliegenden Gewebes.
Trotz sorgfältiger Reinigungsverfahren besteht die Möglichkeit, daß das Kollagen Unverträglichkeitsreaktionen (allergische Reaktionen) auslöst. Deshalb führt der Arzt etwa vier Wochen vor der Behandlung einen Test durch, indem er eine geringe Menge Kollagen in die Unterarmhaut einspritzt. Sie bekommen dann von Ihrem Arzt eine Testkarte, auf der Sie während der nächsten vier Wochen jede Hautveränderung an der Einstichstelle eintragen müssen. Ihre gewissenhafte Mitarbeit ist die Voraussetzung, daß spätere Komplikationen durch Überempfindlichkeitsreaktionen vermieden werden können.Kurz nach der Einspritzung der Testmenge kann sich eine kleine, geschwollene Rötung an der Einstichstelle (ähnlich einem Mückenstich) zeigen, die eventuell bei Druck leicht schmerzt. Dies ist eine normale Reaktion auf das flüssige Kollagen und kein Grund zur Besorgnis.
Wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Arzt, wenn
• sich die Rötung, der Druckschmerz oder die Schwellung verschlimmert.
• Sie andere Hautveränderungen bemerken (z.B. Ausschlag).
• Sie einen länger andauernden Juckreiz verspüren.
• Fieber, Atemprobleme, Schwellung der Gelenke oder sonstige Störungen Ihres Allgemeinbefindens (z.B. grippeartige Beschwerden) auftreten.
Verlief die Testphase zufriedenstellend, kann nach vier Wochen der eigentliche Eingriff ambulant durchgeführt werden. Direkt vor dem Eingriff sollten Sie Ihr Gesicht sorgfältig säubern und auf Make-up verzichten! Der Arzt sticht mit einer kleinen Nadel in den betreffenden Hautbereich und spritzt das Kollagen ein. Eine Betäubung ist nicht erforderlich, da die Injektion kaum Schmerzen bereitet. Direkt im Anschluß wölbt sich die Haut etwas nach oben; diese Erhebung verschwindet von selbst wieder.
Möglicherweise tritt wie bei Verabreichung der Testmenge an der Einstichstelle eine kleine, geschwollene, druckempfindliche Rötung auf. Innerhalb eines Tages bildet sich die Veränderung meist zurück. Wurde die Kollageneinspritzung an den Lippen durchgeführt, bleibt die Schwellung unter Umständen etwas länger bestehen.
Erfahrungsgemäß ist die Häufigkeit der notwendigen Kollageneinspritzung von Fall zu Fall verschieden, bis ein zufriedenstellendes, längerfristiges Resultat erreicht wird.
• Verzichten Sie innerhalb der ersten Stunden nach der Kollageneinspritzung darauf, sich zu schminken!
• Setzen Sie sich innerhalb der ersten Woche keiner intensiven Sonnenbestrahlung aus!
• Sport und körperliche Anstrengungen schaden nicht, Sie sollten jedoch eine Woche lang nicht in die Sauna gehen!
Die kosmetischen Ergebnisse nach einer Kollageneinspritzung sind meistens zufriedenstellend. In Ausnahmefällen führt der Eingriff nicht zu dem gewünschten Resultat, wobei sich aber die bestehenden Narben oder Falten nicht verschlimmern. Das eingespritzte Kollagen wird ebenso wie körpereigenes Bindegewebe im Laufe der Zeit abgebaut. Hautveränderungen aufgrund von Gesichtsbewegungen (z.B. Stirnrunzeln, "Lachfalten") bilden sich eventuell nach gewisser Zeit erneut aus. Sie lassen sich durch eine Wiederholung der Kollageneinspritzung mit einer geringeren Menge Kollagen korrigieren.
Innerhalb der ersten beiden Jahre nach der Behandlung schwindet in der Hälfte der Fälle etwa ein Zehntel bis ein Fünftel des verwendeten Kollagens; 50% der Patienten sind nicht betroffen.
Selten kann es auch vorkommen, daß der Erfolg der Behandlung nur einige Monate andauert.