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Spieglein, Spieglein an der Wand - bin ich jetzt endlich schön?

Als Schönheitsoperation bezeichnet man medizinische Eingriffe, die der Veränderung und Verschönerung des menschlichen Körpers dienen.

Da die Schönheitschirurgie noch eine relativ junge Disziplin ist, existiert derzeit noch keine spezielle Ausbildung für Ärzte. Die meisten Anbieter kommen aus dem Gebiet der plastischen Chirurgie, welche sich hauptsächlich mit der naturgetreuen Wiederherstellung von Körperstrukturen, z. B. nach Unfällen, beschäftigt. Da die Schönheitschirurgie ein sehr lukratives Geschäft ist, bieten jedoch auch viele Ärzte aus anderen Fachrichtungen entsprechende Dienste an, oft jedoch ohne über eine qualifizierte Ausbildung für diese Verfahren zu verfügen.

Einige der besonders häufig angewandten Verfahren sind z. B. die Brustvergrößerung, Fettabsaugung oder die Faltenbehandlung. Dabei sind viele der Therapien chirurgische Verfahren, die unter lokaler Betäubung oder sogar Vollnarkose durchgeführt werden. Andere Behandlungen basieren lediglich auf der Injektion bestimmter Stoffe wie z. B. Botulinumtoxin (Botox) zur Straffung von Hautfalten.

Wie jeder chirurgische Eingriff sind auch Schönheitsoperationen mit gewissen Risiken verbunden. So kann es z. B. zu allergischen Reaktionen auf die Narkosemittel kommen, oder der Chirurg kann während der Operation versehentlich gesundes Körpergewebe oder Organe verletzen. Zudem ist es natürlich möglich, dass das Endergebnis nicht den Erwartungen des Patienten entspricht und somit erneute Eingriffe zur Korrektur nötig sind, sofern dies noch möglich ist.

Die Schönheitschirurgie steht seit ihrem Aufkommen immer wieder stark in der Kritik. Während Eingriffe bei starken Entstellungen und einem dementsprechend hohen Leidensdruck der Patienten in der Regel befürwortet werden, so ist vor allem in den letzten zehn Jahren ein sehr leichtfertiger Umgang mit Schönheitsoperationen zu beobachten. Immer mehr Menschen lassen sich aufgrund kleiner Schönheitsmakel operieren, obwohl es hierzu nach objektiven Gesichtspunkten keine Veranlassung gibt. Nach Ansicht vieler Ärzte und Psychologen resultiert der Wunsch nach künstlicher Verschönerung aus einem mangelnden Selbstwertgefühl, weshalb die Mehrzahl der Patienten von einer Psychotherapie stärker profitieren würde, als von einer Schönheitsoperation.

In den USA wurde inzwischen der Begriff Dysmorphophobie als Bezeichnung für ein psychisches Krankheitsbild geprägt, bei dem es sich um verzerrte Selbstwahrnehmung in Gegensatz zur Wahrnehmung durch die Umwelt handelt („Ich bin so hässlich!“). Häufig versuchen diese Menschen durch wiederholte Schönheitsoperationen ein Idealbild zu erreichen, was oftmals zu starken Entstellungen führt, die jedoch von den Betroffenen nicht als solche wahrgenommen werden.

 

Literatur: Angelika Taschen: Schönheitschirurgie. Taschen Verlag, 2008







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