Der Begriff Anti-Aging vereint eine Vielzahl von Maßnahmen, die zur Verlängerung des Lebens und zur Steigerung der Lebensqualität im Alter beitragen sollen. Die Ernährung spielt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle, da davon ausgegangen wird, dass eine ausgewogene Ernährung, in Verbindung mit der gezielten Zuführung bestimmter Substanzen, einen starken Anti-Aging-Effekt vorweist.
Der Alterungsprozess des Körpers wird durch mehrere Faktoren maßgeblich bestimmt, wobei der Einfluss der einzelnen Faktoren derzeit noch strittig ist. Zum einen wird die Lebenserwartung stark durch die Genetik bestimmt, und einige wichtige Gene, die über einen frühen Tod oder ein langes Leben entscheiden, konnten bereits identifiziert werden.
Die hormonelle Umstellung des Körpers im Alter ist ein weiterer Faktor, der einen deutlichen Einfluss auf die Alterung und vermutlich auch auf die Entstehung von Krankheiten wie Krebs und Demenz ausübt.
Darüber hinaus wird der Körper täglich durch Umweltgifte, Stress, Strahlung (z. B. von der Sonne) u. a. Faktoren geschädigt – und auch die im Stoffwechsel entstehenden freien Radikale tragen maßgeblich zur Alterung und der Entstehung von Krankheiten bei.
Im Rahmen des Anti-Agings wird nun versucht, anhand von Ernährungsempfehlungen die Risiken und Schädigungen aus den oben genannten Faktoren möglichst effektiv auszugleichen. Hierfür wird z. B. die Einnahme der Vitamine A, C und E empfohlen, da diese die Wirkung der freien Radikalen im Körper positiv beeinflussen und die schädlichen Stoffe schnell neutralisieren können. Eine sehr umstrittene Forderung ist die Beschränkung der täglichen Nahrungs- bzw. Energiezufuhr. Hierdurch soll die Stoffwechselaktivität eingeschränkt werden, was die Bildung von freien Radikalen generell vermindert.
Zwar konnte die Lebenszeit von Labortieren auf diese Art verlängert werden, allerdings ist noch unklar, ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragen werden können. Zudem führte diese Ernährungsweise bei den Versuchstieren zur Entstehung von Osteoporose und dem Erlöschen des Sexualtriebs.
An diesem letzten Beispiel wird deutlich, dass sich die Ansichten des Anti-Agings nicht immer mit denen der Schulmedizin decken. Zum überwiegenden Teil entsprechen die Ernährungsvorgaben im Sinne des Anti-Agings jedoch denen anerkannter und weit verbreiteter Ernährungsstile. Zum Beispiel wird generell empfohlen, viel Gemüse, Obst und Fisch zu sich zu nehmen, während z. B. der Fleisch- und Alkoholkonsum stark eingeschränkt werden sollte.
Literatur: Verbraucherzentrale NRW: Antiaging- und Wellness-Präparate. 2006; Christoph M. Bamberger: Besser leben - länger leben, Droemer Knaur. 2006, anti-aging-forschung.de