In der traditionellen chinesischen Medizin ist nach der chinesischen Philosophie die Realität auf Gegensätzen aufgebaut. Das gilt grundsätzlich immer wie bei Morgen und Abend, Tag und Nacht, heiß und kalt, links und rechts oder Mann und Frau. Zu jedem Aspekt, den es gibt, existiert ein Gegenteil. Die so genannte Monade, das ist ein daoistisches Yin/Yang-Symbol stellt die Harmonie, dieser Gegensätze dar. Ein Kreis, der durch eine Linie in zwei Hälften geteilt ist, das Yin und das Yang. Die Linie ist geschwungen und soll das Verhältnis dieser Gegensätze zueinander symbolisieren, das nicht fest sondern fließend ist. Mal überwiegt das Yin und mal überwiegt das Yang, sobald das eine auf dem Höhepunkt ist, beginnt das Andere stärker zu werden, denn die Wichtigkeit beider Aspekte ist gleich. Es gibt nicht eins ohne das Andere. Während sich die Nacht wandelt, wird der Tag stärker und umgekehrt.
In der TCM werden alle Körperfunktionen und Strukturen Yin oder Yang zugeordnet und die Gesundheit eines Menschen kann als harmonisches Miteinander dieser Aspekte verstanden werden. Ist jemand krank, dann ist das dynamische Gleichgewicht von Yin und Yang gestört, sodass ein chinesischer Arzt diagnostizieren wird, wie das Verhältnis von Yin zu Yang ist und seine Therapie darauf ausrichten wird, dieses Gleichgewicht zwischen Yin und Yang wieder zu schaffen, egal welche Methode der TCM im Konkreten angewendet wird. So sind dann in der chinesischen Medizin auch die Medikamente in Yin und Yang unterteilt und werden entsprechend der Diagnose verabreicht, ist das Yin zu schwach, werden Medikamente zum Einsatz kommen, die das Yin stärken und ist das Yang zu schwach werden Medikamente eingesetzt, die dem entgegenwirken.
Vereinfacht lässt sich das in etwa so darstellen, etwas, was kalt ist, muss erhitzt werden, was heiß ist (Fieber), muss gekühlt werden, ist etwas trocken (Haut), muss es befeuchtet werden, ist etwas verhärtet, muss es aufgelöst werden usw. Diese Theorie bildet für jede Therapie in der TCM die Grundlage.