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Musiktherapie zur Heilung psychischer Beschwerdebilder

Die Musiktherapie vereint verschiedene Therapieverfahren, die Musik zur Heilung, Linderung oder Prävention körperlicher und seelischer Beschwerden einsetzen.

Bereits im Altertum wurde Musik eng mit den psychischen Zuständen des Menschen verknüpft. In der Antike dachte man beispielsweise, dass Krankheiten aus einem psychischen Chaos heraus entstehen und dass durch die Einflüsse harmonischer Musik eine Heilung ermöglicht würde. In stark naturverbundenen Kulturen, in denen Schamanismus praktiziert wird, ist Musik auch heute noch ein unverzichtbarer Bestandteil von Heilungsritualen.

Die moderne Musiktherapie, wie sie heute praktiziert wird, ist jedoch noch recht jung und begann sich erst nach dem 2. Weltkrieg zu entwickeln. Sie ist überwiegend wissenschaftlich geprägt und wurde vor allem von Erkenntnissen aus Medizin, Psychologie und Pädagogik beeinflusst.

Es werden grundsätzlich zwei Formen unterschieden, die aktive und die rezeptive Musiktherapie. Bei erster ist es Aufgabe des Patienten, selbstständig Musik zu erzeugen, wobei das Beherrschen des Musikinstrumentes keine Voraussetzung ist. Das Ziel ist vielmehr, dem Patienten eine zusätzliche Möglichkeit des persönlichen Ausdrucks zur Verfügung zu stellen, ohne den Anspruch, ein technisch gutes Spielen des Instrumentes zu erreichen.

Bei der rezeptiven Musiktherapie nimmt der Patient die Musik hingegen passiv auf, also z. B. durch das Anhören einer CD, oder indem der Therapeut für den Patienten spielt. Diese Form der Musiktherapie ist z. B. bei Patienten sinnvoll, die aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands nicht in der Lage sind, ein Instrument selber zu spielen. Das können z. B. Personen im Wachkoma, Schlaganfall-Patienten oder körperbehinderte Menschen sein.

An diesen Beispielen ist bereits ersichtlich, dass die Einsatzgebiete der Musiktherapie breit gefächert sind. Sie wird häufig bei psychischen Erkrankungen wie Psychosen, Depressionen und Angststörungen eingesetzt. Im Bereich der Kinder- und Jugendpsychotherapie wird sie oft bei Entwicklungsstörungen oder auffälligem Sozialverhalten angewendet. Und auch bei ernsthaften körperlichen Erkrankungen im Erwachsenenalter wie Multipler Sklerose und Parkinson stellt die Musiktherapie eine sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Therapie dar.

Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten bisher nur in Ausnahmefällen, sodass die Behandlung in der Regel privat bezahlt werden muss.

 

Literatur: Manfred Spitzer: Musik im Kopf. Schattauer Verlag, 2005







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