Bei der Magnetfeldtherapie wird der Körper des Patienten kurz- oder langfristig statischen bzw. pulsierenden magnetischen Feldern ausgesetzt. In der Regel geschieht dies mithilfe von entsprechenden Magnetfeldgeräten, die das Magnetfeld häufig zusätzlich mit verschiedenen Frequenzen modulieren. Zudem existiert eine Vielzahl von Produkten in Form von Einlegesohlen, Armbändern o. Ä., die aus Permanentmagneten gefertigt sind und somit als eine Art Dauertherapie verwendet werden können.
Die Magnetfeldtherapie ist in den letzten Jahren verstärkt in die Kritik geraten, da viele unseriöse Hersteller und Händler die Heilung verschiedenster Krankheiten und Beschwerden mithilfe ihrer Produkte versprachen und diese immer wieder mit Falschaussagen beworben haben. So wird z. B. immer noch häufig behauptet, dass Magnetfelder das so genannte Hämoglobin, einen Bestandteil des Blutes, beeinflussen würden, was jedoch schon aufgrund der geringen Stärke der Magnetfelder völlig ausgeschlossen ist.
Tatsächlich konnte die Wirksamkeit dieser Therapieform bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Es existieren allerdings empirische Hinweise, dass Magnetfelder unter bestimmten Bedingungen positive Veränderungen im Körper bewirken können, z. B. bei Wundheilungsstörungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates und bei chronischen Schmerzen.
Das derzeit einzige wissenschaftlich anerkannte Verfahren ist die Transkranielle Magnetstimulation (TMS). Hierbei werden gezielt bestimmte Bereiche des Gehirns für einen kurzen Zeitraum sehr starken magnetischen Feldern ausgesetzt, wodurch bestimmte Hirnfunktionen stimuliert oder gehemmt werden können. Durch den kurzen magnetischen Impuls wird im Gehirn ein elektrisches Feld induziert, welches sich über das Gewebe ausbreitet und dabei Aktionspotentiale an den Nervenzellen auslöst.
Das Verfahren hat einen hohen Stellenwert für die neurologische Diagnostik, da sich z. B. einzelne Hirnareale gezielt hemmen lassen, um die Funktion dieser Bereiche zu untersuchen. Darüber hinaus wird die TMS als Behandlung von therapieresistenten Depressionen verwendet. Hierzu liegen zwar bereits viele empirische Hinweise vor, allerdings stehen derzeit noch Studien aus, die positive Effekte eindeutig nachweisen.
Literatur: Christina Thuile: So hilft Ihnen die Magnetfeld-Therapie. Trias Verlag, 2002