Die Hypnosetherapie beinhaltet verschiedene psychotherapeutische Verfahren, die auf der Induzierung von Trancezuständen basieren.
Die Trance ist eine Veränderung des normalen Bewusstseinszustandes und kann recht zuverlässig durch verschiedene Techniken erreicht werden. Dies kann mithilfe eines Therapeuten bzw. Hypnotiseurs geschehen oder auch selbstständig z. B. im Rahmen von Entspannungsverfahren wie dem autogenen Training.
In der Trance befindet sich der Patient meist in einem tiefen Entspannungszustand, wodurch Kontrollprozesse des Bewusstseins deutlich abgeschwächt sind. Dieser Zustand kann zum einen dazu benutzt werden, um Informationen vom Patienten zu erhalten, die tief im Unterbewusstsein vergraben liegen, z. B. traumatische Erlebnisse aus der Vergangenheit. Zum anderen ist es möglich, beim Patienten mithilfe von Metaphern und bildhafter Sprache positive Impulse zu setzen, die zu einer Änderung von Denkprozessen im Alltag führen können. Auch die Arbeit mit Suggestionen ist sehr beliebt, wobei dem Patienten positive Glaubenssätze, während einer Hypnosesitzung vermittelt werden. Diese werden in Trance leicht aufgenommen und können beim Patienten dauerhafte Verhaltensänderungen hervorrufen.
Bei vielen Menschen besteht die Angst, während einer Hypnosesitzung die Kontrolle vollständig an den Therapeuten abzugeben. Dies ist jedoch nicht der Fall – und der Patient kann auch in Trance nicht zu Handlungen verleitet werden, die seinem freien Willen widersprechen.
Die Hypnosetherapie ist in der Schulmedizin zu großen Teilen anerkannt, und die Wirksamkeit wurde bereits in mehreren Studien eindeutig belegt. (1)
Maßgeblich hierzu beigetragen hat der amerikanische Psychiater Milton H. Erickson, der die moderne Hypnosetherapie maßgeblich prägte und viel Forschungsarbeit auf diesem Gebiet leistete. Erickson wird dementsprechend auch häufig als Vater der modernen Hypnose bezeichnet.
Die Hypnose kann bei den meisten psychischen Störungen angewendet werden und ist z. B. bei Phobien, Belastungsstörungen und auch in der Raucherentwöhnung sehr beliebt. Nicht angewendet werden sollte das Verfahren hingegen bei akuten Psychosen wie z. B. der Schizophrenie, da die Symptome eines akuten Krankheitsschubes unter Umständen verstärkt werden könnten.
Der Therapiewille des Patienten ist allerdings entscheidend für den Erfolg einer Behandlung, da das Erreichen eines Trance-Zustandes die aktive Mitarbeit des Patienten voraussetzt.
Die Hypnosetherapie ist für einige Anwendungsbereiche wie z. B. die Suchttherapie offiziell als Behandlungsmethode anerkannt und kann somit von den Krankenkassen auf Antrag erstattet werden.
1) www.meg-tuebingen.de/downloads/Expertise.pdf
Literatur: Revenstorf D., Peter B.: Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin, Springer Verlag, 2001