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Blutegel helfen die vielfältigsten Leiden zu kurieren

Die Behandlung mit Blutegeln ist eines der klassischen naturheilkundlichen Verfahren und kommt bei verschiedenen Krankheiten zur Anwendung. Blutegel wurden bereits im Altertum zur Heilung von allerlei Beschwerden eingesetzt, allerdings geriet diese Behandlungsform mit der Zeit in Vergessenheit. In den letzten Jahren erfreut sich die Blutegeltherapie allerdings wieder einer zunehmenden Beliebtheit.

Während einer Behandlung werden ein oder mehrere Blutegel auf den Körper des Patienten aufgesetzt. Die Tiere durchbeißen dabei die Haut und saugen etwa 10 ml Blut ab. Anschließend fallen die Egel nach einer Dauer zwischen 15 Minuten und 1 Stunde von alleine vom Körper ab.

Während des Saugvorgangs gelangt der Speichel der Tiere in die Wunde, welcher die Substanzen Hirudin und Heparin enthält. Beide Stoffe sorgen für eine Hemmung der Blutgerinnung, was zu einem viele Stunden dauernden Nachbluten führt. Die großflächige Versorgung der Bissstelle mit Verbänden muss daher zwingend nach einer Behandlung erfolgen.

Neben der Gerinnungshemmung bewirken die im Speichel enthaltenen Stoffe zudem eine Beschleunigung des Lymphabflusses aus dem Gewebe, eine Immunstimulation durch die Anregung der Leukozytenbildung (weiße Blutkörperchen) sowie die Reduzierung von Schmerzen und Krämpfen. Die Anwendungsgebiete der Blutegeltherapie sind sehr breit gefächert, primär werden sie aber bei Durchblutungsstörungen, Krampfadern und Thrombosen eingesetzt. Darüber hinaus sollen sie positive Effekte unter anderem bei Arthrose, Schmerzzuständen, Tinnitus und Asthma zeigen.

Seit einigen Jahren erfreuen sich Blutegel auch in der Schulmedizin, im Rahmen der plastischen Chirurgie, großer Beliebtheit. Hier gibt es nach Operationen häufig das Problem des Blutstaus im Operationsgebiet, welcher durch die Anwendung von Blutegeln hervorragend therapiert werden kann.

Die Behandlungsform ist bislang noch wenig wissenschaftlich erforscht. Eine Studie aus dem Jahr 2004 zeigte jedoch äußerst positive Ergebnisse bei Patienten mit Kniegelenksarthrose. Die Therapie mit Blutegeln war hierbei der Standard-Behandlung mit schmerzlindernder Salbe deutlich überlegen. (1)

Die Nebenwirkungen sind bei einer korrekten Durchführung äußerst gering. Durch den Blutverlust kann es in seltenen Fällen zu einem Absinken des Blutdrucks und Kreislaufschwäche kommen. Da jeder Egel nur ein einziges Mal am Patienten verwendet werden darf, ist zudem das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern extrem gering.

 

1) www.carstens-stiftung.de/news/newsarchiv/Infopaket_Blutegel.pdf

Literatur: Claudia Moser: So hilft Ihnen die Blutegel-Therapie. Karl Haug Verlag, 2002







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