Biofeedback ist ein englischer Begriff und bedeutet übersetzt „Biorückmeldung“. Der Begriff beschreibt die Fähigkeit, Vorgänge und Reize im eigenen Körper wahrzunehmen und sich ihnen in Form veränderten Verhaltens bewusst und willentlich anzupassen. Die Anpassung erfolgt dabei so lange, bis ein Verhalten des Körpers hergestellt ist, das positive Rückmeldungen erzeugt.
Von Biofeedback in der Medizin spricht man, wenn mit Hilfe von Geräten körperliche Vorgänge und deren Veränderungen, etwa Puls, Hautleitwert, Hirnströme, Körpertemperatur, Atmung, Muskelspannung oder Gefäßausdehnung beobachtbar und somit beeinflussbar gemacht werden können.
Mit instrumentell erzeugten Signalen, zum Beispiel Töne, deren Lautstärke, Tonhöhe oder auch Visualisierungen an einem Bildschirm angezeigt werden, kann der Anwender Reaktionen seiner eigenen Körperfunktionen wahrnehmen und beobachten – er kann sehen oder hören, was der Körper tut! Er kann diejenigen Körperverhalten herausfiltern, die besonders günstige Signale auslösen („positives Feedback“) und allmählich die Regulation der Vorgänge im Organismus derart willentlich beeinflussen und kontrollieren, so dass nur noch positives Feedback kommt.
Das ist ein langsamer Lernprozess, aber im Laufe der Zeit hat dann diese Rückkopplung eine gesundheitliche Verbesserung zur Folge.
Konkret wird sie zum Beispiel mit einer Messsonde am Finger des Patienten durchgeführt, der vor einem Computer Platz genommen hat. Die Sonde misst den Hautleitwert und somit indirekt das Maß des inneren Erregungszustandes. Der Messwert ist nun auf dem Monitor auch für den Patienten sichtbar – er erhält also unmittelbar ein Feedback über die Vorgänge seines vegetativen Nervensystems, hier speziell über seinen Sympathiko-Tonus.
Durch diese Bewusstmachung des Zustandes kann das Verhalten des Patienten beeinflusst werden: Er wird durch konsequentes Üben des sich Entspannens seinen inneren Erregungszustand beeinflussen, sozusagen „in den Griff bekommen“, sodass mehr und mehr positive Rückmeldungen vom Gerät kommen. Schließlich bis zu dem Punkt, an dem der Messwert ein „Wohlfühlwert“ ist, die Rückkopplung also besagt: Jetzt ist alles richtig.
Das Verfahren wird erfolgreich bei der Bewältigung von Migräne eingesetzt, bei Behinderungen oder erlahmten Muskeln in der Rehabilitation.