Die Akupunkturbehandlung gehört zu den Methoden der so genannten Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Wirksamkeit ist bei einigen Indikationen, zum Beispiel chronischen Schmerzen, Migräne oder Spannungskopfschmerzen erwiesen. Ihre Wirkung erreicht diese Methode nahezu ohne Nebenwirkungen.
Die Reizung von Akupunkturpunkten ist wohl die älteste und am weitesten verbreitete Heilmethode der Welt. Durch Einstiche mit Nadeln an genau festgelegten Punkten der Haut können Störungen im Körperinneren beseitigt oder gelindert werden. Diese Akupunkturpunkte liegen alle auf Leitlinien, die man als Meridiane bezeichnet. In ihnen kreist nach altchinesischer Auffassung die so genannte Lebensenergie mit ihren Anteilen Yin und Yang. Diese beiden lebenserhaltenden Kräfte sind im Körper gleichzeitig – jedoch als Gegenpole – wirksam. Ihr völliges Gleichgewicht im Organismus stellt den idealen Gesundheitszustand dar. Ein Ungleichgewicht begünstigt auf Dauer Krankheiten, etwa neurologische Störungen, vegetative Störungen, Infektanfälligkeit oder Entzündungen.
Ohrakupunktur hilft zum Beispiel, Ursachen für Beschwerden zu erkennen. Die Untersuchung der Ohrreflexzonen erlaubt eine genaue Aussage darüber, wo Schmerzen bestehen oder welche Organe des Körpers bei unklaren Beschwerden betroffen sind. Außerdem kann man weitere Störungen im Körper ausfindig machen, die einen Heilungsprozess verzögern oder sogar verhindern können.
Dies sind so genannte Störherde, die auf den ersten Blick mit dem eigentlichen Krankheitsgeschehen nichts zu tun haben, und von denen der Patient oftmals nichts merkt. Diese Herde können aber so negativ auf den Körper wirken, dass er eher bereit ist zu erkranken. Auch eine schon bestehende Krankheit wird dann daran „gehindert“, auf die üblichen Therapien zu reagieren.
Solche Herde können zum Beispiel tote oder eitrige Zähne sein, chronisch entzündete Kieferhöhlen, entzündete Mandeln und alle sonstigen Entzündungen. Auch eine Narbe kann zum Störherd werden. Das Erkennen einer Störung ist Voraussetzung für die Mitbehandlung – erst dann ist eine erfolgreiche Heilung möglich, und erst dann gerät Ihr Körper mit seiner Lebensenergie wieder ins Gleichgewicht.
Bei Suchterkrankungen, wie z. B. Nikotinabusus, wird die Akupunktur erfolgreich eingesetzt. Vielfältige Möglichkeiten gibt es auch in der Frauenheilkunde, etwa bei Beschwerden wie dem prämenstruellen Syndrom, schmerzhaften Wassereinlagerungen in der Brust (Masodynie), bei starken Periodenschmerzen, Migräne, Schultersteifigkeit, Schiefhals und vieles mehr.
Auch Kinder ab etwa acht Jahren können mit Akupunktur behandelt werden; für sie gibt es spezielle, ganz besonders dünne Nadeln.